Partner haben sich auf Kreditrahmen verständigt
Fiat und EDF planen feindliche Übernahme von Montedison

Der Fiat-Konzern und Frankreichs Stromriese EDF bereiten nach internationalen Medienberichten eine feindliche Übernahme des italienischen Mischkonzerns Montedison vor. Auf einer außerordentlichen Sitzung in Turin am Sonntagnachmittag sollte der Verwaltungsrat von Fiat entsprechende Maßnahmen beraten.

dpa PARIS/ROM. Die Übernahme solle bereits am Montag von einem Konsortium aus Fiat, EDF, der Deutschen Bank und dem Investor Romain Zaleski auf den Weg gebracht werden, hieß es in Italien. Drei weitere italienische Banken sollen noch dazukommen.

Die "Financial Times" schrieb am Samstag unter Berufung auf Mailänder Bankenkreise, Fiat habe sich mit seinen Verbündeten bereits auf einen Kreditrahmen über 20 Milliarden Euro für die Übernahme geeinigt.

Von einem Vorstoß in den kommenden Tagen berichtete auch die Pariser Zeitung "Journal du Dimanche". Die Turiner Gruppe Giovanni Agnellis soll die Franzosen bei ihrem Versuch unterstützen, sich noch stärker auf dem italienischen Energie-Markt zu verankern.

Im Mai hatte EDF bestritten, dass seine bereits verstärkte Einflussnahme auf Montedison "räuberischen Charakter" habe. EDF hatte damals den erst kurz zuvor erworbenen Anteil an Montedison von 4 auf 20 Prozent erhöht und war damit zu dem wichtigsten Aktieninhaber geworden. Die Regierung in Rom hatte daraufhin eine Machtübernahme bei dem privatisierten Konzern durch EDF per Dekret gestoppt.

Falls es zu einem feindlichen Übernahmeangebot kommt, wäre dies das erste Mal, dass sich ein staatliches französisches Unternehmen an einer solchen Aktion im Ausland beteiligt. Nach Berichten könnten EDF und Fiat im Kampf um Montedison eine neue Gesellschaft gründen und dabei von den drei Banken unterstützt werden, die auch Aktionäre von Montedison sind. Eine solche "italienische Lösung" sollte nach den Berichten die anhaltende Kritik an einem Vordringen von EDF dämpfen.

Die Aktien von Montedison stiegen am Freitag um 10 Prozent und wurden wegen der Übernahmegerüche drei Mal aus dem Mailänder Handel genommen.

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