Partner LeShop wagt sich mit dem Internet-Lebensmittelhandel auf schwierigen Markt
Post bringt im Internet bestellte Lebensmittel an die Haustür

Der Lebensmitteleinzelhandel via Internet ist ein anspruchsvolles Geschäft. Nur Otto deckt ganz Deutschland ab. Wie die Mehrzahl der Onlineshops hat sich auch LeShop zunächst auf eine Region beschränkt.

agr/HB KÖLN. Die Deutsche Post weitet ihr Logistik-Geschäft im Internet-Handel (E-Commerce) aus. Erstmals tritt sie jetzt als Logistikpartner für einen Online-Lebensmittelhändler auf, die Neugründung LeShop aus Hürth. Die Post übernimmt dabei sowohl die Auftragsabwicklung als auch die Auslieferung der Lebensmittel. Bislang war Letztere die Domäne von Kurierdiensten. So stellt etwa der Deutsche Paketdienst (DPD) Süßwaren von Hussel zu.

"Die Partnerschaft ist für die Post besonders im Hinblick auf den geplanten bundesweiten Ausbau des Online-Ladens interessant," sagte eine Post-Sprecherin. Die Deutsche Post Fulfilment (DPF) zähle bereits rund 30 Logistik-Kunden, davon etwa 70 % Online-Anbieter. Einer der größeren ist .

LeShop startet mit 3 500 Produkten des täglichen Bedarfs inklusive Frischwaren zunächst im Großraum Düsseldorf/Köln-Bonn. Partner im Frischebereich sind der Bio-Lieferant Landlinie und Hameico, ein Obst- und Gemüsespezialist der Atlanta-Gruppe. Die Lieferkosten betragen pauschal 10 DM. Die Preise der Markenware orientieren sich an denen der Supermärkte.

LeShop ist ein 1998 gegründeter Schweizer Online-Laden. Logistikpartner des Shops im Alpenland ist die Schweizer Post. "Wir zählen 6 500 Stammkunden in der Schweiz", sagte Alain Nicod, Gründer und Chef der LeShop-Holding. Im laufenden Jahr will Nicod 15 bis 20 Mill. sfr Umsatz erzielen. 1999 waren es Mill. sfr. Noch schreibt die Firma rote Zahlen, Ende 2001 will Nicod "die ersten Monate mit schwarzen Zahlen" sehen.

Die Unternehmer haben sich aber ein schwieriges Geschäft ausgesucht. In den vergangenen Monaten haben eine ganze Reihe von Online-Lebensmittelhändlern und Lieferdiensten in den USA ihr Geschäft einstellen müssen. Firmen wie Urbanfetch und Same-day.com versuchen inzwischen mit neuen Geschäftsmodellen, Gewinne zu erzielen.

Nur Otto bietet bislang bundesweiten Lieferservice

Vor allzu viel Euphorie warnt denn auch der Bundesverband des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels. Hauptgeschäftsführer Gerd Härig: "Das Frischeproblem ist beim Online-Handel nur sehr schwer in den Griff zu bekommen." Alle größeren Einzelhändler von Karstadt, derzeit noch im Umbau, und Kaufhof über Otto bis Reichelt und Tengelmann bieten den Einkauf im Internet-Laden an. Lediglich Otto plant aber einen bundesweiten Dienst. Alle anderen sind mehr oder weniger Regionalanbieter.

Neben den Großen versuchen sich zahlreiche Internet-Firmen, in der Kölner Region beispielsweise Netconsum. Pleiten hat es bereits einige gegeben, etwa Direktkauf.de. Letztlich sei Internet-Shopping nichts anderes als Heimzustellung mit anderen Mitteln, meinte Härig.

LeShop hat potente Partner im Boot. Morgan Grenfell ist als Finanzpartner mit rund 20 % beteiligt. Etwa 30 % der Anteile an der LeShop-Holding hält der Schweizer Einzelhändler Bon Appetit. Die Mehrheit der Anteile liegt bei den drei Firmengründern. Börsenpläne habe LeShop angesichts des unfreundlichen Börsenklimas auf Eis gelegt, sagte Nicod. Nun werde man LeShop erst anfahren und später an die Börse bringen.

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