Partner Re wird verkauft - NCM-Anteil aufgestockt
Swiss Re ordnet Beteiligungsportfolio um

Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re hat am Mittwoch die schon einige Zeit erwarteten Rochaden im Beteiligungsportfolio vorgenommen.

Reuters ZÜRICH. Swiss Re wird seine restlichen Anteile an dem auf den Bermuda beheimateten Rückversicherer Partner Re verkaufen. Zugleich erhöht die weltweite Nummer Zwei im Rückversicherungsgeschäft ihre Beteiligung am deutschen Kreditversicherer Gerling NCM auf fast 50 %.

Dabei handelt es sich allerdings eher um eine Rettungsaktion von Swiss Re, Deutsche Bank und Sal. Oppenheim, die gemeinsam 90 % an Gerling NCM übernehmen, um die Firma aus dem angeschlagenen Gerling-Konzern herauszulösen. In einigen Jahren soll NCM an die Börse gebracht werden.

Der Anteil von Swiss Re an NCM steigt auf 47,5 von bisher 25 %. Swiss Re muss neben dem Kaufpreis von 60 Mill. ? (rund 91 Mill. Franken) ein nachrangiges Darlehen von 55 Mill. ? für Gerling NCM aufbringen. Der Verkauf des 16-Prozent-Paketes an Partner Re soll Swiss Re nach eigenen Angaben einen Kapitalgewinn von 230 Mill. Franken bringen.

"Die Transaktion erlaubt es uns, Gerling NCM zu einem fairen Preis aus Gerling herauszulösen, so dass Gerling NCM weiterhin erfolgreich operieren kann," sagte ein Swiss Re-Sprecher. Bis Mitte 2001 hatte die niederländische NCM zu 90 % zu Swiss Re gehört und war dann an Gerling verkauft worden.

Der Gerling-Konzern wird noch drei Prozent an NCM behalten. Von der Deutschen Bank, die ebenfalls ein nachrangiges Darlehen von 55 Mill. ? gewähren wird, erhält Gerling 120 Mill. ?. Die Deutsche Bank stockt ihr Gerling NCM-Paket auf 35,3 von 19,1 % auf und Sal. Oppenheim steigt mit 7,0 % ein. Die Deutsche Bank zog mit der Transaktion gleichzeitig auch einen Schlussstrich unter ihr kostspieliges Gerling-Engagement; sie trennte sich von ihrer, bereits abgeschriebenen Minderheitsbeteiligung an dem Konzern von gut einem Drittel.

Der Abschluss der Gerling NCM-Transaktion wird für den Sommer erwartet. Dann, so der Swiss Re-Sprecher, werde auch ein möglicher Namenwechsel bekannt gegeben.

Mit dem Abschluss des Partner Re-Verkaufs rechnet Swiss Re Ende dieser Woche. Für Georg Marti, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, sind sowohl der Ausstieg bei Partner Re als auch die Aufstockung bei Gerling NCM nur von untergeordneter Bedeutung für Swiss Re. Beides sei erwartet worden und der höhere Gerling NCM-Anteil sei zudem nur eine Zwischenlösung, schrieb er in den "Daily Market Opinion" der Bank.

An der etwas festeren Börse gaben die Swiss Re-Aktien bis gegen 13.00 Uhr 1,3 % auf 88,05 Franken nach. Der DJ StoxxInsurance-Index tendierte 0,5 % höher. Deutsche Bank notierten an der leichteren Börse Frankfurt um 0,8 % höher bei 50,03 ?.

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