Partnerschaft trägt vor allem optisch Früchte
Mitsubishi startet Verjüngungskur

Mitsubishi Motors versucht den Neubeginn. Aggressives Design soll die langweiligen Autos vergangener Zeiten vergessen machen. Zwei seriennahe Konzeptstudien geben einen Vorgeschmack auf die Richtung der zukünktigen Entwicklung.

pha DÜSSELDORF. Die Aufgabe ist nicht leicht, aber lösbar. Wenn Mitsubishi-Vizechef Rolf Eckrodt in den nächsten Tagen die "schwarze Null" für das abgelaufene Geschäftsjahr 2001/2002 präsentiert, bedeutet dies für ihn zwar noch nicht den Durchbruch, aber doch eine deutliche Wende zum Besseren.

Seit dem Einstieg von Daimler-Chrysler beim ältesten japanischen Autohersteller Mitsubishi Motors im Februar 2000 ticken die Uhren dort anders. Veraltete Strukturen wurden aufgebrochen, frisches Denken bestimmt das Handeln. Einzug hielt auch eine neue Modellphilosophie, "die einer Kulturrevolution gleichkommt". So Olivier Bouley, seit Mai 2001 Chefdesigner bei Mitsubishi und zuvor Mercedes-Studioleiter in Yokohama. Bald jedenfalls soll Schluss damit sein, dass Mitsubishi-Modelle nur in Blech gestanzte Langeweile verkörpern. Lifestyle, Sport und moderne Fahrzeugkonzepte bekommen fortan einen ganz neuen Stellenwert. "Wenn wir unsere Modellerneuerung in marktfähige Produkte umsetzen", so Rolf Eckrodt, vom 1. Juni an auch de jure die Nummer eins der Mitsubishi Motor Company, "werden wir mit dem Besten antreten, was Japan zu bieten hat."

Der frühere Daimler-Manager will einen radikalen Wandel: Die künftigen Produkte der Marke mit den "drei Diamanten" sollen mit hypermodernem Design gegen ihre etablierten Wettbewerber antreten.

Auf der Tokio Motorshow im Herbst vergangenen Jahres wurden CZ 2 und CZ 3 Tarmac als seriennahe Studien der unteren Mittelklasse präsentiert. Nissan und Mazda haben mit fortschrittlichem Design bereits eine Vorreiterrolle übernommen und die Welt an moderne Japan-Autos gewöhnt. Damit stehen die Chancen gut, dass die Nachfolgerversionen des Polo- und Golf-Konkurrenten Mitsubishi Colt nicht allzu weit von den Studien CZ 2 und CZ 3 abweichen.

Der viertürige CZ 2 dürfte mit seinen 3,85 Metern Außenlänge klar auf die Kleinwagen Polo, Fiesta & Co zielen. Seine überaus schnittige Form erinnert ein wenig an den Peugeot 206, wirkt aber wegen der weit in den Karosserieecken platzierten Räder sowie der keilförmigen Silhouette noch dynamischer als der kleine Franzose. Motorhaube und die riesige Frontscheibe, die nahtlos in ein großzügiges Glasdach übergeht, bilden praktisch eine große Ebene.

Im Innenraum gehen die Designer völlig neue Wege. Auf eine Mittelkonsole wurde ebenso verzichtet wie auf eine klassische Schaltung. Über einen zentralen Drehknopf am Armaturenbrett wird das Getriebemenü der stufenlosen Automatik vorgewählt. Darüber befindet sich eine große Info-Anzeige. Die Analoginstrumente gruppieren sich wie Satelliten um die Lenksäule. Eine durchgehende Sitzbank vorne lässt sich mit dem hinteren Sitzen zu einer großen Liegefläche verwandeln. Das hintere Gestühl kann auch komplett entfernt werden. In allen vier Türen befinden sich herausnehmbare Packtaschen, und ins Handschuhfach passt eine Lunchbox.

Mit ähnlichem Innovationspotenzial statteten die Mitsubishi-Modellplaner jenen Colt-Ableger (CZ3 Tarmac) aus, der als kombiähnliche Sportlimousine 2004 dem VW Golf zusetzen soll. Die gesamte Frontpartie (Scheinwerfer, Grill, Lufteinlässe, Nebelleuchten) vermittelt jenen dynamischen Eindruck, den Mitsubishi nach seinen Erfolgen im Rallyesport gern auf die Serienfahrzeuge übertragen möchte.

Der frech gestylte Kombi hat offensichtlich den erfolgreichen Alfa Sportwagon zum Vorbild. Im Innenraum gibt es viel unverkleidetes Blech, vier Einzelsitze und eine Sportschaltung wie in den Rallye-Wagen. Erfreulich aus deutscher Sicht: Beide Prototypen entstanden im Mitsubishi-Designstudio im hessischen Trebur. Weiterer Vorteil für den Standort Deutschland: Die Motoren für den künftigen Colt kommen aus Thüringen, wo im kleinen Kölleda ein neues Aggregatewerk entsteht. Dort sollen Drei- und Vierzylinder-Direkteinspritzer - Benziner wie Diesel - mit bis zu 200 PS gebaut werden. Der technische Unterbau (die Plattform) des neuen Colt dient gleichzeitig als Basis für einen viersitzigen Smart, die Kleinwagen-Marke des Daimler-Konzerns.

Rolf Eckrodt jedenfalls kann es kaum erwarten, bis der Wandel von Mitsubishi für jedermann sichtbar wird. "Die Autos sollen mit Flair und Charakter ein völlig neues Markenbild abgeben - innovativ und sportlich zugleich", sagt er. "Man wird Mitsubishi dann nicht mehr wiedererkennen."

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