Partnersuche und Bildung von Allianzen weiterhin erklärte Absicht
Varta: DB Investor sichert Millionen-Investitionen

Reuters HANNOVER. Der Batteriehersteller Varta sieht in der geplanten Übernahme durch die Deutsche-Bank-Tochter DB Investor einen zentralen Schritt zur Finanzierung notwendiger Investitionen. Für den Aufbau der Produktion von technisch bereits entwickelten neuen Batterietypen seien in den nächsten Jahren bis zu 200 Mill. Euro zusätzliche Mittel erforderlich, sagte Varta-Vorstandschef Georg Prilhofer am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Das gelte sowohl für Autobatterien als auch für Gerätebatterien, wo Varta sich neuen Entwicklungen stellen müsse. "Ohne zusätzliche Mittel wären wir hier sicher an echte Finanzierungsgrenzen gestoßen." DB Investor trägt nach den Worten des Varta-Chefs das Expansionskonzept voll mit.

DB Investor hat am Montag ein Übernahmeangebot für mindestens 90 % der Varta AG abgegeben. Vorstand, Aufsichtsrat und die Familie Quandt als Hauptaktionär befürworten das Angebot von 14,50 Euro je Aktie. Der Aktienkurs zog am Montag bis zum Nachmittag um über 16 % gegenüber dem Freitagsschluss (12,30 Euro) auf 14,30 Euro an.

Auch mit einem neuen Eigner strebe das Unternehmen, das in den vergangenen Jahren wegen eines schwachen Börsenkurses immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt wurde, weiterhin strategische Allianzen an. "Die Partnersuche und Bildung von Allianzen auf allen Ebenen des Unternehmens ist weiterhin erklärte Absicht und wird fortgesetzt", sagte Prilhofer. Vorrangig sei aber das Wachstum aus eigener Kraft.

"Wir sind in beiden Unternehmensbereichen auf Wachstumsmärkte gestoßen, die wir in Zukunft nicht vernachlässigen können", sagte Prilhofer. Bei Autobatterien gehe es um das 36 Volt-Bordnetz, das sich angesichts der zunehmenden Elektronik im Auto nach und nach durchsetzen werde. "Dafür brauchen wir also andere Batterien als heute. Die Batterien müssen 36 Volt abgeben und nicht 12 Volt."

Auch bei Gerätebatterien, dem zweiten Standbein von Varta, verfüge Varta über wichtige Neuentwicklungen bei den Mikrobatterien. Marktreif seien ultraflache Lithium-Zellen für so genannte Smart Cards, die Lithium-Polymer-Zellen zum Beispiel für Mobiltelefone oder Mini-Knopfzellen auf Nickelhydridbasis.

"Wir müssen also einen großen Teil der Produktion anpassen", sagte Prilhofer. Das bedeute zu den jährlich bisher eingeplanten etwa 55 Mill. Euro zusätzliche Mittel für Investitionen von bis zu 100 Mill. Euro für jede der beiden Sparten. Erste Maßnahmen sollen schon im kommenden Jahr beginnen, ab 2003 seien dann größere Summen nötig.

Pläne des Varta-Managements sollen unterstützt werden

"Wir haben DB Investor unseren künftigen Kurs aufgezeigt. Unsere Empfehlung für das Übernahmeangebot besagt, dass DB Investor nach intensiven Gespräche die Pläne des Varta- Managements voll inhaltlich unterstützt", sagte Prilhofer. Für eine Kapitalerhöhung zur Beschaffung frischer Finanzmittel sei der Börsenkurs von Varta in den vergangenen Jahren zu niedrig gewesen. Angesichts der wieder besseren Gewinn- und Ertragsentwicklung bei Varta sei der Kurs enttäuschend gewesen.

Prilhofer zeigte sich optimistisch, dass - wie von DB Investor gewünscht - auch 90 % der Aktionäre das Angebot annehmen. "Vor dem Hintergrund der Börsenkurs-Entwicklung ist das Angebot schon für sehr attraktiv. Die Investitionen, die wir tätigen, werden sich erst mittel- bis langfristig rentieren. Da werden die Gewinne nicht gleich unmittelbar von betroffen sein. Insofern glauben wir, dass das Angebot eine positive Entwicklung ohne Risiko vorweg nimmt."

Laut Prilhofer wird es mit dem neuen Eigner nach dem drastischen Beschäftigungsabbau der vergangenen Jahre keine zusätzlichen Rationalisierungsprogramme geben. "Im großen und ganzen sind wir damit durch. Es werde neben der erforderlichen Weiterqualifizierung vieler Mitarbeiter für die neuen Produktionslinien auch zusätzliche Stellen geben.

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