Party statt Betroffenheit
8000 Besucher bei Hochwasser-Konzert

Der Anlass war ernst, doch die Stimmung gut: Rolf Stahlhofen, Sänger der Söhne Mannheims, hatte zum Benefizkonzert für die Opfer der Hochwasserkatastrophe geladen, doch eins wollte er nicht: "Wir wollen hier heute keine Betroffenheitsveranstaltung, sondern eine Party feiern", rief er den rund 8000 Besuchern zu Beginn des Konzerts am Dienstagabend in der Mannheimer Maimarkthalle zu.

dpa/HB MANNHEIM. Die 18 Künstler und Bands hielten sich daran und lieferten mehr als sechs Stunden volles Programm. Rund eine Million Euro für die Hochwasseropfer brachte der Abend unter dem Motto "Menschen am Fluss" ein, schätzen die Veranstalter.

Vom HipHop über Rock und Soul reichte das Spektrum. Gegen 1 Uhr spielte Peter Maffay die letzten Akkorde. In der Publikumsgunst lag jedoch ein anderer vorne: Der friesische Blödelbarde Otto hatte die Massen fest im Griff und warf mit zwei Zugaben den engen Zeitplan endgültig über den Haufen. So mussten sich auch BAP und Udo Lindenberg mit 30 Minuten Spielzeit begnügen. Die Söhne Mannheims mit Xavier Naidoo gaben sich sogar mit 25 Minuten zufrieden. Und wer nicht mitspielen konnte, bewies durch Spenden Solidarität. So ließen Pur einen Scheck über 25 000 Euro überreichen.

Was mit dem Erlös passieren soll, wollen die Veranstalter in den nächsten Tagen entscheiden. "Wir wollen so schnell und unbürokratisch wie möglich helfen", sagte Rolf Stahlhofen. Eine Möglichkeit seien Projekte in Mannheims sächsischer Partnerstadt Riesa.

Einen Höhepunkt setzte Organisator Stahlhofen selbst, als zu seinem Lied "Es ist Zeit was zu ändern" Bilder der Hochwasserkatastrophe über die Leinwände flimmerten. "Wir wollen das Konzert als Initialzündung sehen und noch viel mehr Menschen ansprechen, etwas zu tun", sagte Stahlhofen. Altrocker Udo Lindenberg sah das Konzert pragmatischer: "Helfen. Kohle reinholen."

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