Paschtune kam Mitte der 60er Jahre in die USA
Zalmay Khalilzad gilt als muslimische “Geheimwaffe“

Inmitten der graugekleideten Washingtoner Politiker und Diplomaten fällt Zalmay Khalilzad auf. Wegen seiner Vorliebe für europäische Mode und auch wegen seiner Ehe mit der feministischen Schriftstellerin Cheryl Benard gilt der Sonderbeauftragte des Weißen Hauses für die Golfregion in der US- Hauptstadt als ein bunter Vogel. In der US-Regierung gilt der gebürtige Afghane vor allem wegen seiner speziellen Kenntnisse als muslimische "Geheimwaffe".

HB/dpa WASHINGTON. Nach dem Afghanistankrieg 2001 soll der 50-Jährige bei der Bildung einer neuen Regierung unter Hamid Karsai maßgeblich die Strippen gezogen haben. Nun soll er bei der Bildung einer neuen irakischen Regierung die Interessen der USA vertreten.

Der in Masar-i-Scharif geborene Paschtune war Mitte der 60er Jahren als Student in die USA gekommen, hatte aber stets enge Kontakte zu seiner Heimat aber auch zu den anderen Staaten der Region bewahrt. Nach seinem Studium an der Universität von Chicago arbeitete Khalilzad in den 80er Jahren für das US-Außenministerium und wechselte Anfang der 90er Jahre ins Verteidigungsministerium.

Nach dem Amtsantritt von Präsident Bill Clinton quittierte Khalilzad den Regierungsdienst und arbeitete für politische Forschungsinstitute. Außerdem beriet er eine Ölfirma, die mit dem Taliban-Regime in Afghanistan über den Bau einer Pipeline verhandelte. Nach Medienberichten hatte er die Taliban damals als weniger US-feindlich bezeichnet als viele andere Fundamentalisten und die Hoffnung geäußert, dass sie dem Land Stabilität bringen könnten.

Nach dem Wechsel im Weißen Haus kehrte Khalilzad in die Politik zurück. Vizepräsident Dick Cheney ernannte ihn zum Leiter des Übergangsteams, das Präsident George W. Bushs Verteidigungspolitik formen sollte. Im Mai 2001 folgte dann die Ernennung zum Sonderbeauftragten des Präsidenten für den Persischen Golf.

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