Paschtunen setzen auf Exkönig Schah
Wahl des neuen Regierungschefs für Afghanistan

Die Große Ratsversammlung (Loja Dschirga) in Afghanistan ist am Dienstag zu ihrer zweiten Sitzung zusammengetreten, um einen neuen Staatspräsidenten zu wählen.

wiwo/ap KABUL. Die Wahl des amtierenden Ministerpräsidenten Hamid Karsai galt nach dem Rückzug seiner beiden wichtigsten Herausforderer als nahezu sicher. Als einzige Gegenkandidatin war noch Masooda Jalal im Rennen, eine Mitarbeiterin des Uno-Welternährungsprogramms. type="unknownISIN" value="Uno" />

Erste Aufgabe der 1 550 Delegierten war die Wahl eines Vorsitzenden für die Loja Dschirga. Da dafür zahlreiche Bewerber antraten, wurde mit einer langwierigen Abstimmung gerechnet. Am Dienstag hatte Expräsident Burhanuddin Rabbani seine Kandidatur für das Amt des Staatsoberhauptes zurückgezogen, nachdem am Vortag bereits Exkönig Mohammed Sahir Schah angekündigt hatte, nicht für ein Amt in der neuen Regierung zur Verfügung zu stehen. Beide erklärten ihre Unterstützung für Karsai.

Die Loja Dschirga begann am Dienstag nach einem Streit über Sahir Schahs Rolle in der künftigen Regierung mit einem Tag Verspätung. Die Nordallianz hatte erklärt, sie lehne eine größere Rolle Sahir Schahs in der Versammlung ab. In der Loja Dschirga hatten viele der Delegierten den Exkönig als Hoffnungsträger betrachtet. Besonders die Bevölkerungsmehrheit der Paschtunen setzte auf ihn, da sie sich von den Tadschiken in der alten Nordallianz schikaniert fühlt. Sahir Schah war im April nach 29 Jahren im italienischen Exil in sein Heimatland zurückgekehrt.

Die Einberufung der Versammlung wurde auf der Bonner Afghanistan-Konferenz im November vergangenen Jahres vereinbart. Hauptaufgabe der Loja Dschirga ist die Wahl einer neuen Übergangsregierung, die 18 Monate lang amtieren und Wahlen vorbereiten soll. Außerdem soll sie eine neue Verfassung ausarbeiten.

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