Passive Anlageprodukte im Vergleich
Der ganze Markt in einem Papier

Viele Fondsmanager erreichen nicht ihr selbstgestecktes Ziel, mit der Wertentwicklung ihres Portfolio den Markt zu schlagen. Neben Profis investieren daher auch immer mehr private Investoren in so genannte passive Produkte. Zur Wahl stehen Index-Zertifikate, Fonds und die neuen Exchange Traded Funds.

Handelsblatt DÜSSELDORF. Die Gattungsbezeichnung klingt langweilig, die Produkte aber sind interessant: "Passiv" gemanagte Produkte wie Indexfonds, -Zertifikate oder die neuen Exchange Traded Funds (Indexaktien) versprechen Anlegern, genau die Wertentwicklung des Marktes zu erreichen - nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Denn eine Vielzahl von Fonds schafft es nicht, dauerhaft die Rendite des Vergleichsindexes zu übertreffen.

Das Zertifikat ist ein attraktives Produkt

Auf der Suche nach dem besten Indexprodukt, raten die meisten Experten zu einem Zertifikat. Der Grund: Die niedrigen Kosten. Kein Ausgabeaufschlag, keine Verwaltungsgebühr - beim Kauf und Verkauf fallen neben der Differenz zwischen An- und Verkaufspreis (Spread) nur die banküblichen Transaktions-Spesen an.

Ein Zertifikat stellt einen Schuldschein auf Basis eines Index dar. Gekauft werden dessen Punkte oder Bruchteile davon, so dass sich das Zertifikat mit dem Index-Punktestand bewegt. Am Ende der Laufzeit erhält der Anleger den Gegenwert des Index vom Emittenten, also der Bank, zurück. "Für interessant halte ich Zertifikate auf Preisindizes mit Dividendenabschlag oder Zertifikate auf Performance-Indizes ", sagt Michael Seifried, Experte für strukturierte Wertpapiere bei der Commerzbank. Hintergrund: Von Börsenbarometern wie dem Deutschen Aktienindex (Dax) gibt es zwei Varianten: Ein Preis- und eine Performance-Index. Der Unterschied: Beim Performance-Index fließen die Dividenden in die Indexberechnung mit ein, bei der Preisvariante nicht.

Zertifikate werden mit einem Abschlag angeboten

Bei Zertifikaten auf Preisindizes entgehen dem Anleger also die Dividenden. Als Ausgleich werden diese Zertifikate mit einem Abschlag angeboten. Die Höhe des Preisnachlasses bestimmt sich nach der geschätzten Höhe der entgangenen Dividenden. Problem: Wie dieser Dividendenabschlag steuerlich zu behandeln ist, ist aber unklar. Daneben gibt es noch Zertifikate mit einer Mindestrückzahlungsgarantie. "Sie sind aus steuerlicher Sicht nicht empfehlenswert", warnt Joachim Zimmermann, Steuerexperte bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Denn bei diesen Zertifikaten sind die Erträge steuerpflichtig, auch wenn der Anleger das Papier länger als ein Jahr hält und damit die Spekulationsfrist abgelaufen ist. Dagegen können Zertifikate ohne ein Sicherheitspolster steuerfrei nach einem Jahr verkauft werden.

Exchange Traded Funds

Noch recht neu auf dem Markt der Indexprodukte sind die Exchange Traded Funds, die an der Deutschen Börse im Segment XTF gehandelt werden. Zurzeit gibt es nur zwei dieser Indexaktien: Einen für den Dow Jones Euro Stoxx 50 und einen für den Dow Jones Stoxx 50. Das Prinzip: Die irische Kapitalgesellschaft European Exchange-Traded legt zwei Portfolios an und kauft hierfür die in den Indizes enthaltenen Aktien entsprechend ihrem Gewicht. Die Anteile an diesen Sondervermögen kann der Anleger an der Börse dann kaufen.

In den USA sehr beliebt, führen diese Indexaktien hierzulande bislang ein Schattendasein. "Sie bieten gegenüber den Zertifikaten keinen wirklichen Vorteil", meint ein Banker hinter vorgehaltener Hand. Einziges Plus: Sie haben keine Laufzeitbegrenzung. Der Erfolg der Indexaktien in den USA begründe allein sich daraus, dass es dort keine Indexzertifikate gibt.

Indexaktien werden steuerlich wie normale Investmentfonds behandelt

Dennoch will die Hypo-Vereinsbank gegen Ende des Jahres neue Index-Aktien auf den Dax, MDax und dem Nemax All Share auflegen. Steuerlich werden die Indexaktien wie normale Investmentfonds behandelt, d.h. Kursgewinne sind nach einem Jahr steuerfrei, laufende Erträge müssen versteuert werden. Indexfonds haben den Nachteil, dass sie nie zu 100 Prozent den Indexnachbilden können, was zum Beispiel an gesetzlichen Hürden scheitert. So darf ein Fondsmanager in Deutschland nie mehr als fünf Prozent seiner Gelder in einen Wert investieren - die Deutsche Telekom bringt es im Dax schon auf gut neun Prozent Gewicht. Mit einem Index-Fonds läuft der Anleger also Gefahr, die Wertentwicklung des Index zu verfehlen, was aber auch heißen kann, dass der Fonds besser als der Index läuft.

Für Kleinanleger kann ein Indexfonds trotz der oben genannten Punkte interessant sein. Denn für Indexfonds lassen sich bei vielen Anbietern Sparpläne anlegen mit geringen Sparraten. Oft ist dabei auch dann auch das Depot umsonst.

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