Patentschutz
Bayer sieht Lieferungen an USA nicht gefährdet

Die Konkurrenz des Chemie- und Pharmakonzerns kann alternative und billigere Mittel zur Bekämpfung von Lungenmilzbrand herstellen. Dennoch sieht das Leverkusener Unternehmen seine Lieferungen an die US-Behörden nicht gefährdet.

dpa LEVERKUSEN. Der Wirkstoff Doxycycline soll in Ergänzung zu Ciprobay genommen werden, sagte ein Sprecher der Bayer AG am Montag auf Anfrage. Zugleich bezeichnete er die Interpretation als falsch, Ciprobay werde von den Behörden durch Doxycycline ersetzt.

Bayer hatte mit der US-Regierung in der vergangenen Woche vereinbart, 100 Millionen Tabletten für eine Notfallreserve bereitzustellen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Montagausgabe) berichtete, rieten die US-Gesundheitsbehörden erkrankten Personen bislang, 60 Tage lang Ciprobay einzunehmen. Jetzt hieß es, eine Einnahme dieses Antibiotikums an fünf Tagen, gefolgt von einer 55- tägigen Einnahme von Doxycycline, führe zum gleichen Ergebnis.

Beim Streit um Ciprobay geht es nach Einschätzung von Experten vor allem um den Patentschutz von Medikamenten. Dieser soll Pharmahersteller nämlich über einen gewissen Zeitraum vor Nachahmerprodukten (Generika) schützen. Auf diesem Wege erhalten die Produzenten für das Risiko und die hohen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen einen Ausgleich. Eine Aushöhlung dieses Schutzes, lauten die Befürchtungen, bedeute für die forschende Industrie einen geringen Anreiz, in zeitaufwendige und kostenintensive Entwicklung von neuen Medikamenten zu investieren.

Durch das vermehrte Auftreten von Milzbrandfällen in den USA und der Gefahr einer Ausweitung der Krankheit sind allerdings die Rufe immer lauter geworden, den Patentschutz von Ciprobay über die Ausrufung eines "nationalen Notstands" aufzuheben. Generika- Hersteller können den Wirkstoff nämlich zu wesentlich günstigeren Preisen anbieten. Bayer hatte sich aber sowohl mit Kanada wie auch mit den USA über die Lieferungen von entsprechenden Ciprobay-Reserven geeinigt.

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