Patentstreit beendet
Schering rechnet weiter mit kräftigem Gewinn

Der Berliner Pharmakonzern Schering rechnet nach mehreren Rekordjahren in Folge weiterhin mit einem kräftigem Gewinn.

HB BERLIN. "Wir werden den Konzerngewinn in den kommenden Jahren um eine zweistellige Prozentzahl steigern", sagte Vorstandschef Hubertus Erlen in einem Interview mit dem Magazin "Focus Money". Dabei ruht die Hoffnung vor allem auf einem boomenden Geschäft in den USA. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2002 will Schering am Freitag veröffentlichen. Unterdessen legte der Konzern einen Streit um Patentrechte in den USA bei.

Zur positiven Geschäftsentwicklung solle vor allem ein kräftiger Umsatzzuwachs in den USA beitragen, sagte Erlen. "Amerika soll bis 2005 mehr als 30 Prozent des Umsatzes beisteuern. Wenn wir geschickt zukaufen, dürfte der Beitrag sogar deutlich höher liegen." Beim Umsatz wolle Schering "besser abschneiden als der Markt". Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern mit seinen mehr als 25 000 Beschäftigten einen Umsatz von 4,84 Milliarden Euro. Der Gewinn betrug 418 Millionen Euro.

Unterdessen legten Schering und das Schweizer Biotech-Unternehmen Serono ihre Auseinandersetzung um Patentrechte auf dem US-Markt außergerichtlich bei. Dabei ging es um die Multiple-Sklerose-Präparate der beiden Konkurrenten, Betaferon und Rebif. Auf die Technologie, zur Bekämpfung der Nervenkrankheit humanes Beta- Interferon aus Hamster-Eizellen herzustellen, hat Schering in den USA ein Patent.

Die Einigung sieht so aus, dass Serono die Erlaubnis bekommt, Rebif in die USA einzuführen, herzustellen und zu vertreiben. Im Gegenzug muss das größte europäische Biotech-Unternehmen an Schering Lizenzgebühren abführen. Über die Höhe wurde Stillschweigen vereinbart. Auch mit dem US-Konkurrenten Biogen gibt es wegen der Patentrechte einen Streit, der vor der US-Justiz ausgetragen wird. Die letzte Entscheidung des US-Berufungsgerichts steht noch aus. Davon ist abhängig, wie viel Geld Schering von Biogen bekommt.

Mit Rebif steht Serono in Konkurrenz zu dem MS-Medikament Betaferon, das Schering vertreibt. Im ersten Halbjahr nachten die Schweizer damit in den USA einen Umsatz von 240,4 Millionen Euro, ein Plus von 36,9 Prozent. Schering will die Zahlen erst am Freitag nennen. Im vergangenen Jahr erlöste der Berliner Konzern mit Betaferon in den USA 681 Millionen Euro.

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