Patentstreit mit US-Biotechnologiefirma Igen
Roche muss doch keinen Schadensersatz zahlen

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat im Patentstreit mit der US-Biotechnologiefirma Igen einen Erfolg erzielt. Ein Berufungsgericht hat am Mittwoch den grössten Teil einer Strafzahlung, zu der Roche verurteilt worden war, aufgehoben und Roche vom Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs frei gesprochen.

Reuters ZÜRICH. Damit ist der Fall indes nicht beigelegt; Igen machte nach der Urteilsverkündung von seinem Recht Gebrauch, den Lizenzvertrag mit Roche zu kündigen. Roche möchte die Zusammenarbeit mit Igen fortsetzen.

Gemäss dem Urteil muss Roche 486 Mill. Dollar Igen zugesprochene Schadenersatz- und Strafzahlungen nicht leisten. Igen wirft Roche einen Verstoss gegen Lizenzabkommen im Bereich von Technologien zur Blutanalyse vor. Vom US-Bezirksgericht Maryland war Roche Diagnostics in diesem Zusammenhang im Januar 2002 zu Schadenersatz- und Strafzahlungen von insgesamt 505 Mill. Dollar verurteilt worden.Roche hatte nach der Bestätigung des Urteils Mitte April 2002 Berufung gegen das Urteil eingelegt.

"Wir haben immer signalisiert, dass wir an unserer Zusammenarbeit festhalten möchten. Wir sind davon überzeugt, dass es von Vorteil beider ist, unsere zwölfjährige Partnerschaft fortzusetzen," wurde Roche Diagnostics-Chef Heino von Prondzynski am Donnerstag in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. Roche strebt gemäss früheren Aussagen eine Lösung an, um die Technologie zu vernünftigen wirtschaftlichen Bedingungen behalten zu können.

Igen teilte mit, dass die Lizenzvereinbarung mit Roche beendet und Schritte eingeleitet wurden, damit Roche die Elecsys-Produkte, die auf einer von Igen entwickelten und von Roche lizenzierten Technologie basierten, nicht weiter verkaufen kann.

Früheren Roche-Angaben zufolge würde auch im schlimmsten anzunehmenden Fall, dem Verlust der Lizenz, die mittelfristigen Ertragsziele erreicht werden. Die Auswirkungen auf die Ziele für die nächsten fünf Jahre würden unter einem Prozentpunkt liegen, hatte Roche Diagnostics-Chef von Prondzynski im April 2002 gesagt. Es gehe um einen Umsatz von 350 Mill. Dollar.

Analysten bewerteten grundsätzlich sei positiv, dass der Gerichtsstreit beigelegt sei und Roche die fast 500 Mill. Dollar Schadenzahlungen, die der Konzern im Abschluss 2002 zurückgestellt habe, nicht tätigen muss. Es bleibe nun abzuwarten, ob Igen auf der Beendigung der Zusammenarbeit beharrt oder ob neue Verträge ausgehandelt würden. "Wir glauben, dass die Verhandlungen zwischen Roche und Igen trotz des heutigen Gerichtsentscheides weiter gehen," so Analystin Denise Gugerli-Etter von der Bank Sarasin.

Gemäss den verschiedenen Experten haben die mit der Vereinbarung mit Igen verbundenen Geschäfte einen Umsatzanteil von sechs bis acht Prozent an den Gesamtverkäufen von Roche Diagnostics. Die Sparte hatte 2002 einen Umsatz von 7,2 Mrd. Franken erzielt. An der Börse notierten die Roche-Genussscheine gegen 13.15 Uhr gehalten bei 108,75 Franken. Der Gesamtmarkt tendierte 0,2 % leichter und der DJ StoxxHealthcare-Index lag ein Prozent im Minus.

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