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Patient BVB geht es nach 1:0 gegen Bayer besser

Der Patient hat die Intensivstation verlassen, muss aber weiter mit lebensbedrohlichen Rückschlägen rechnen. Zumindest in sportlicher Hinsicht macht die Genesung von Borussia Dortmund deutliche Fortschritte.

dpa DORTMUND. Der Patient hat die Intensivstation verlassen, muss aber weiter mit lebensbedrohlichen Rückschlägen rechnen. Zumindest in sportlicher Hinsicht macht die Genesung von Borussia Dortmund deutliche Fortschritte.

Wie schon beim Erfolg vor vier Tagen in Berlin war der Aufwärtstrend auch beim 1:0 (1:0) über Bayer Leverkusen unverkennbar. Den ersten Heimsieg der Saison wertete Reinhard Rauball als Bestätigung für die eingeschlagene Therapie. "Beim Schlusspfiff bin ich vor Freude höher gesprungen als bei den Bundesjugendspielen", scherzte der designierte BVB-Präsident.

Nach fünf erfolglosen Spielen ihrer Borussia im Westfalenstadion hatten auch die zuletzt leidgeprüften Fans endlich Grund zur Freude. Ausgelassen jubelten sie denjenigen Profis zu, die sie noch vor einer Woche aus Verärgerung über die Heimschlappe gegen Hamburg beschimpft und stundenlang am Verlassen der Arena gehindert hatten. Die mit dem Treffer von Ewerthon (41.) belohnte Leidenschaft des zuvor als leidenschaftslos bezeichneten Teams beeindruckte nicht nur die BVB-Anhänger. Trainer Bert van Marwijk war ebenfalls voll des Lobes: "Die Spieler haben erkannt, in welcher Lage dieser Verein steckt. Sie haben die richtige Antwort gegeben."

Die Trotzreaktion kommt zur rechten Zeit: Schließlich drohen bei der in zwei Wochen anstehenden Jahreshauptversammlung und der nur zwei Tage später terminierten Aktionärsversammlung weitere Turbulenzen. Jeder Sieg der Profis erhöht die Chance, dass die Reaktion der Vereinsmitglieder und Aktionäre auf die desolaten Finanzen der Kapitalgesellschaft weniger heftig ausfällt. "Ich bin froh, dass bei uns in den vergangenen Tagen fast nur über sportliche Dinge geredet wurde. Bei dem, was dem Verein in den kommenden zwei Wochen noch bevorsteht, ist das gut so", meinte Rauball.

Wie so oft in dieser Saison leisteten die Leverkusener ihren Gastgebern wertvolle Dienste. Noch während ein Teil der Mannschaft sich bei Schiedsrichter Herbert Fandel über dessen berechtigten Abseitspfiff beim Kopfballtreffer von Dimitar Berbatow beschwerte, düpierte BVB-Angreifer Ewerthon die gegnerische Deckung und erzielte seinen sechsten Saisontreffer. Die im Anschluss an diesen Fauxpas gestartete Bayer-Offensive konnte nicht verhindern, dass die vermeintliche Spitzenelf noch immer auf den ersten Auswärtssieg warten muss.

Von einer Mut machenden Generalprobe für das anstehende "Geisterspiel" in der Champions League beim AS Rom konnte deshalb keine Rede sein. Zwar sprach Carsten Ramelow in Anspielung auf die Feldvorteile in der 2. Halbzeit von einer "positiven Tendenz", konnte seine Zuhörer aber nur bedingt überzeugen. Aufrichtiger klang das Fazit seines Trainers Klaus Augenthaler: "Unsere Heimbilanz ist in Ordnung. Aber wer an der Spitze mitmischen will, muss auch mal auswärts gewinnen."

Der Coach hatte gleich doppelt Grund zum Ärger: Neben den Punkten verlor er auch noch seinen Abwehrchef Jens Nowotny, der in der 90. Minute aus zweifelhaften Gründen die Rote Karte sah. Darauf reagierte Augenthaler mit beißendem Spott: "Ich weiß nicht, ob Herr Fandel ein gutes Verhältnis zu Nowotny hat. Vielleicht mag er seine Musik nicht."

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