Patriarch kritisiert Entscheidungen bei Olympia
Duma empfiehlt Boykott der Abschlussfeier

Das russische Parlament hat am Freitag als Antwort auf die vermeintliche Benachteiligung russischer Sportler bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City den Olympioniken ein "demonstratives Fernbleiben" von der Abschlusszeremonie empfohlen.

HB/dpa MOSKAU. Mit großer Mehrheit stimmten 359 von nominell 450 Abgeordneten für einen entsprechenden Vorschlag, bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Der gesamten russischen Olympia-Mannschaft wurde empfohlen, der Abschlussfeier fernzubleiben, sollte das Internationale Olympische Komitee (IOC) bis dahin nicht die Entscheidungen hinsichtlich der russischen Sportler begründen und "sich bei der russischen Mannschaft entschuldigen".

Zuvor hatten 421 Abgeordnete einer Aufforderung an den russischen NOK-Chef Leonid Tjagatschow zugestimmt, in dem dieser zu einer Reihe von energischen Maßnahmen aufgerufen wird. Unter anderem soll Tjagatschow eine Wiederholung des umstrittenen Staffelrennens der Skilangläuferinnen sowie die "sofortige Entfernung aller US- amerikanischer Schiedsrichter von den Wettbewerben" erwirken.

Indes hat nach Präsident Wladimir Putin auch das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Alexi II., die Schiedsrichterentscheidungen bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City kritisiert. "Die russischen Skilangläuferinnen 15 Minuten vor dem Start zu disqualifizieren, war ungerecht", sagte Alexi II. am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. "Der Sport darf nicht mit Politik und privaten Interessen vermischt werden", forderte der Patriarch.

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