Pauschaltarif hat sich als Verlustbringer erwiesen
T-Online-Flatrates stehen vor dem Aus

Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Online wird einem Magazinbericht zufolge ihre Pauschal-Tarife für die Internet-Nutzung (Flatrates) für Kunden mit analogen und ISDN-Anschlüssen aufgeben.

rtr/mr DÜSSELDORF. Dies werde der neue T-Online-Chef Thomas Holtrop auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Telekom-Technikvorstand Gerd Tenzer am Donnerstag in Bonn ankündigen, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Montag vorab unter Berufung auf Unternehmenskreise. Das für monatlich 49 Mark vertriebene Flatrate-Angebot für Kunden, die bereits über einen so genannten TDSL-Anschluss verfügten, sei hingegen nicht betroffen. Die Flatrate für Kunden mit analogen und ISDN-Anschlüssen kostet 79 Mark pro Monat.

Bei T-Online wollte am Dienstag zunächst niemand eine Stellungnahme abgeben. Einen festen Termin für die Bekanntgabe der neuen Angebote gebe es noch nicht. Zu dem Pressebericht wollte er sich nicht weiter äußern.

Sprecher von T-Online und des Mutterkonzerns Deutsche Telekom lehnten am Dienstag einen Kommentar zu dem Bericht ab. Ein Sprecher der Deutschen Telekom sagte gegenüber Handelsblatt.com lediglich: "Wir werden ab 1. März bei T-Online eine Reihe neuer Tarife anbieten." Ähnlich äußerte sich ein T-Online-Sprecher. Einzelheiten nannten beide aber nicht. Sie wollten auch nicht den Bericht der "Wirtschaftswoche" bestätigen, wonach der neue T-Online-Chef Thomas Holtrop auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Telekom-Technikvorstand Gerd Tenzer am Donnerstag in Bonn die neuen Tarife ankündigen würden.

Die Pauschaltarife für die Internet-Nutzung hätten sich für T-Online als Verlustbringer erwiesen, da Flatrate-Kunden diese Angebote offensichtlich weitaus intensiver nutzten, als das Unternehmen dies vorausgesehen habe, schreibt das Magazin weiter.

Analysten reagieren positiv

Sollte T-Online die entsprechenden Flatrate-Angebote abschaffen, wäre dies für Analyst Christoph Vogt von M.M. Warburg Investment "ein Schritt, um aus den roten Zahlen zu kommen". Wo das Angebot gestrichen würde, würde sich dies positiv auf das Ergebnis auswirken, da die Internetvielnutzer Leitungskapazitäten blockierten. "Bleibt die Frage, wie die Wettbewerber reagieren und ob sie etwa Flatrates beibehalten, um sich von T-Online abzusetzen", sagte Vogt. Verständlich sei, dass das Unternehmen offenbar die Flatrate für das im Vergleich hochwertigste Produkt mit der besten Marge, den TDSL-Anschluss, beibehalten wolle.

Einen Zusammenhang mit dem Streit zwischen der Telekom und seinen Konkurrenten über die Vergabe von Großhandels-Flatrates sieht Holger Bosse von Helaba Trust Investment Consulting. "Die Deutsche Telekom möchte die Konkurrenten offenbar zwingen, in die neue Breitbandetechnologie (TDSL) statt in analoge Anschlüsse zu investieren", sagte Bosse. Die TDSL-Technik ist etwa beim Herunterladen aus dem Internet bis zu zwölfmal schneller als ISDN. Das Kölner Verwaltungsgericht hatte Ende Januar den Beschluss der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) bestätigt, dass die Deutsche Telekom Internetanbietern ab Februar eine Großhandels-Flatrate gewähren muss. Dies hat die Telekom bisher abgelehnt.

Während die Aktie der Deutschen Telekom im Handelsverlauf mit 31,75 Euro 1 % leichter notierte, legten T-Online-Aktien zu. Sie zählten zu den Gewinnern unter den Blue Chips am Neuen Markt, nachdem die WestLB die Aktie auf "Neutral" herauf gestuft hatte. Auch die Meldung, dass T-Online mit der Flatrate einen "notorischen Verlustbringer" aus dem Programm streichen wolle, habe viele Anleger beeindruckt, sagte ein Händlerin einer süddeutschen Privatbank. Die Aktie verteuerten sich bis zum Handelsschluss um 2,80 % auf 12,70 Euro.

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