Pause nach Weihnachten verlängert
VW stoppt Produktion in Wolfsburg Anfang Januar

Der Volkswagen-Konzern wird die Produktion in seinem Stammwerk in Wolfsburg in der ersten Januar-Woche außerplanmäßig stoppen.

rtr WOLFSBURG. Ein Konzernsprecher sagte am Mittwoch in Wolfsburg, die traditionelle Produktionspause zwischen Weihnachten und Neujahr solle für technische Vorbereitungen beim Anlauf des neuen Golf um eine Woche verlängert werden. Er bestätigte damit teilweise einen Bericht der "Braunschweiger Zeitung". Anders als die Zeitung berichtete, habe die Maßnahme aber nichts mit der schwachen Automobilkonjunktur zu tun, betonte der VW-Sprecher.

Analysten vermuteten allerdings, der Schritt habe mit der schwachen Nachfrage nach dem auslaufenden Golf-Modell zu tun. Die VW-Aktie verlor deutlich stärker als der Gesamtmarkt und notierte zeitweise auf dem tiefsten Stand seit mehr als zwölf Monaten. Die Zeitung berichtete, Grund für den Produktionsstopp sei die lahmende Autokonjunktur. Die Verkaufszahlen des Golf und des Passat seien bislang deutlich unter den Erwartungen geblieben.

Volkswagen hatte unlängst sein Absatzziel für das laufende Jahr wegen der schwachen Nachfrage auf knapp unter fünf Mill. Fahrzeuge gesenkt. Ursprünglich hatte Europas größter Automobilkonzern auch für 2002 mit einer fünf vor dem Komma gerechnet, schließlich aber eingeräumt, dies sei nicht mehr zu erreichen. Für 2003 rechnet der Konzern wieder mit mehr als fünf Mill. verkauften Fahrzeugen, falls die Konjunktur wieder anspringen sollte.

Branchenexperten äußerten sich wenig überrascht über den Produktionsstopp. Mit der Verlängerung der Werksferien nutze Volkswagen zudem eine günstige Situation dafür. Der Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler in Frankfurt sagte, die Produktionspause sei vermutlich sowohl auf die schwache Autonachfrage als auch auf die genannten technischen Vorbereitungen für die Produktion des neuen Golf-Modells zurückzuführen. "In normalen Zeiten des Aktienmarktes hätte diese Nachricht vielleicht zu einem leichten Abschlag geführt, nicht aber zu einem Kursrückgang um sechs Prozent." Die Reaktion der Börse sei bei weitem übertrieben.

Der Analyst Sebastian Stein von der Bankgesellschaft Berlin sagte, eine Produktionsumrüstung für ein erst in neun Monaten erwartetes Modell erscheine etwas früh. "Wenn der Golf V aber zur Automobilmesse im Herbst auf den Markt kommen soll, müssen sie schon jetzt etwas machen." Mit Blick auf die Produktionssteuerung sei es vernünftig, die Werksferien dafür zu nutzen. Dann müsse auch das Kraftwerk nicht genutzt werden.

Der neue Golf soll auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im Herbst 2003 in Frankfurt präsentiert werden und anschließend auf den Markt kommen.

Die VW-Aktie verlor in einem anhaltend rückläufigen Aktienmarkt, von dem auch die anderen Automobiltitel betroffen waren, zeitweise über sechs Prozent. Gegen Mittag notierte das Papier des Wolfsburger Konzerns bei 33,33 ? noch gut fünf Prozent unter dem Vortagesschluss.

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