Pay-TV-Sender von der Insolvenz bedroht
Banken wollen Premiere nicht auf Dauer

Die Gläubigerbanken des verlustreichen Abo- Senders Premiere wollen sich nicht auf lange Sicht als Gesellschafter an dem Medienunternehmen beteiligen.

dpa MÜNCHEN. Ein vorübergehendes Engagement sei zwar nicht ausgeschlossen, die Banken würden aber nur so lange im Boot bleiben, bis ein Investor das Ruder übernehme, hieß es am Mittwoch in Finanzkreisen. "Das kann zwei Monate dauern oder sechs - aber für immer ist das nicht."

Ein langfristiges Engagement mache für die Banken keinen Sinn, hieß es bei einer Bank. "Wir sind keine Medien-Manager." Auch ein vorübergehender Einstieg der Gläubiger bei Premiere sei nur eine von mehreren Alternativen, die derzeit diskutiert würden. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, die Bayerische Landesbank und die Hypo-Vereinsbank wollten längerfristig bei dem angeschlagenen Kirch-Abo-Sender einsteigen. Nach der Pleite der Muttergesellschaft Kirch-Pay-TV will Premiere-Chef Georg Kofler an diesem Donnerstag (25. Juli) den aktuellen Stand seiner Rettungsbemühungen für Premiere vorstellen.

Dem Zeitungsbericht zufolge wollen die Banken sich bei Premiere als Gesellschafter engagieren, um ihre Kredite in dreistelliger Millionenhöhe für Premiere zu retten. Die Bayerische Landesbank ist mit einem Volumen von zwei Mrd. ? der mit Abstand größte Kreditgeber der zusammengebrochenen KirchGruppe. Die Risikovorsorge für das Engagement bei der Kirch-Gruppe wurde in diesem Jahr nochmals um 284 Mill. ? aufgestockt. Inklusive der Vorsorge des vergangenen Jahres liegt sie nun nach Angaben der Bank bei 884 Mill. ? und umfasse alle denkbaren Risiken (worst-case- Szenario).

Eine weitere Aufstockung der Risikovorsorge sei trotz der Belastungen durch die Pleiten bei Kirch, Fairchild Dornier und Worldcom derzeit nicht geplant, sagte ein Sprecher der Bank am Mittwoch in München. Mit 1 bis 1,5 Mrd. ? werde die Risikovorsorge im laufenden Jahr auf einem ähnlichen Niveau wie im vergangenen Jahr mit 1,25 Mrd. ? liegen. Damit widersprach die Bank Angaben der SPD in Bayern, wonach die Bank die Risikovorsorge in diesem Monat um fast 600 Mill. ? aufstocken muss.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" soll Premiere in eine New Premiere GmbH eingebracht werden. Einziger Gesellschafter solle nach den aktuellen Plänen eine Holding sein. Inhaber würden die beiden Banken, die ihren Kredit in Höhe von insgesamt 750 Mill. ? in Anteile umwandelten. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf einen knapp 150-seitigen Finanzprospekt des Bankhauses Morgan Stanley, mit dem die beiden Kreditinstitute zusammen mit dem Abo- Sender nach weiteren Investoren aus der Medien- und Finanzbranche suchten.

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