PC-Programmierer suchen ertragreiche Nischen
PC soll Heimat der Strategiespiele bleiben

Spieleentwickler Sid Meier will mehr Strategie ins Internet bringen.

DÜSSELDORF. Spieleentwickler Sid Meier will mit seinem Entwicklungsstudio Firaxis Games auch in Zukunft an PC-basierten Strategiesoielen festhalten. Trotz des aktuellen Booms der Videokonsolen setzt er auf die besseren Ein- und Ausgabemöglichkeiten der PC. "Grafik und Eingabemöglichkeiten zeichnen den PC aus", so Meier im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Mit Maus, Tastatur und hochauflösendem Bildschirm lassen sich die Spielfiguren und Aktionen in Spielen wie Meiers "Civilisation III" komfortabler steuern und betrachten als mit einem Gamecontroller und einem Fernsehschirm. Spiele wie Civilsation III oder "Age of Empires" (Microsoft) sind gerade in Deutschland sehr beliebt. Eine Studie der Europäischen Vereinigung für Freizeit Software (ELSPA) hat zudem gezeigt, dass die meisten Spieler zwischen 25 und 34 Jahre alt sind. Das wird aber nur zu einem geringen Teil auf Spiele, die ausschließlich für Erwachsene sind (z.B. Horror- oder Shooter-Spiele) zurückgeführt. Ausschlaggebend seinen laut ELSPA vor allem Simulations- und Strategiespiele.

Doch der Boom der Konsolen macht das Leben für PC-Programmierer härter. Laut einer aktuellen Studie von Datamonitor wird der Spielesoftwaremarkt zwar bis 2004 auf 21,6 Mrd. $ anwachsen, ein Plus von 22 % gegenüber 2001, doch den PC-Spielen wird nur eine stabile Position eingeräumt. Das Wachstum, so Datamonitor, wird mit Konsolenspielen erreicht.

Ein weiteres Problem ist der Zeitfaktor. Frank Holz, Marketingdirektor des Spieleverlegers Infogrames, die auch Civilisation III vermarkten, setzt die Lebensdauer eines Spiels in den Regalen der Händler auf durchschnittlich drei Monate an. In dieser Zeit, so Holz, müssten schon "weltweit 300 000 Kopien verkauft werden", um überhaupt Break Even zu erreichen.

Problematisch ist auch die Internetzukunft. "Ich glaube, dass das Internet die nächste Revolution bringt," ist sich Meier sicher, relativiert aber gleich: "Aber noch keiner weiß, wie sie wirklich aussehen wird". Gerade bei Strategiespielen ist im Internet die - sonst gewünschte lange Spielzeit von bis zu 30 Stunden - eine Schwierigkeit. Wie soll man viele Spieler so lange gleichzeitig im Netz halten. Chefprogrammierer Soren Johnson denkt zum Beispiel an eine Segmentierung der Spiele in kleinere, handliche Abschnitte.

Zunächst will er mit seinem Team aber eine Mehrspielerversion von Civilisation III entwickeln und dabei Erfahrungen für das weltweit verteilte Spielen sammeln. Doch wie letzte Schritt ins Internet aussehen wird, das liegt eben noch im Dunkeln.

Quelle: Handelsblatt

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