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PDS: Gregor Gysi ist der umstrittenste Kandidat

Gregor Gysi ist der Spitzenkandidat der PDS und geht bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus als der umstrittenste der Kandidaten ins Rennen.

BERLIN. Geboren 1948 in Berlin als Sohn eines DDR-Funktionärs, absolvierte Gysi nach einer Ausbildung zum Rinderzüchter das Jurastudium an der Humboldt-Universität in Berlin und promovierte 1976 über sozialistisches Recht. Seit 1971 war er als Anwalt in Ost-Berlin tätig, wo er unter anderem Systemkritiker wie Rudolf Bahro und Robert Havemann vertrat. Anfang der 90er Jahre wurden erstmals Vorwürfe laut, Gysi habe als informeller Mitarbeiter bei der Stasi gearbeitet.

Bereits 1976 trat Gysi der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands bei und war ab Dezember 1989 bis 1993 Vorsitzender der SED und späteren PDS. Für die Berliner Wahl konnte sich die PDS wohl kaum einen publikumswirksameren Kandidaten aussuchen. In den Medien überzeugt er regelmäßig mit Wortwitz und Esprit. Gysi gilt als Publikumsliebling, dem die Ewiggestrigen der Kommunistischen Plattform in der PDS ein Dorn im Auge zu sein scheinen.

Als Bürgermeister würde er vor allem für "soziale Gerechtigkeit" eintreten, Berlin als Kulturstadt profilieren und nicht zuletzt die Stadt von "Filz und Schulden" befreien wollen. Gegenüber Handelsblatt.com gibt sich der Politiker optimistisch: "Unser Wahlziel 20 % + X können wir durchaus erreichen." Auf dem Parteitag der PDS in Dresden bekräftigte er: "Die Stadt ist so pleite, daß man sie selbst uns anvertrauen kann."

Angela Becher

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