PDS-Stratege hält Koalition mit SPD auf Bundesebene für denkbar
Porträt: Roland Claus

dpa BERLIN. Roland Claus ist einer der wichtigsten Strategen in der PDS. Bereits 1994 fädelte er das "Magdeburger Modell" ein, mit dem die SED-Nachfolgepartei zunächst die Minderheitsregierung von SPD und Grünen und später nur noch von der SPD tolerierte. Er lässt immer wieder durchblicken, dass er − auch entgegen der Ansicht von Parteimitgliedern − langfristig auf Bundesebene eine Koalition mit der SPD für denkbar hält.

Claus wurde am 18. Dezember 1954 in Hettstedt in Sachsen-Anhalt geboren. Bereits 1976 schloss er an der Technischen Hochschule Leuna- Merseburg ein Studium als Diplom-Ingenieurökonom ab. Danach ging er an die Parteihochschule "Karl Marx" in Berlin. Mit 24 Jahren wurde er SED-Mitglied und übernahm verschiedene Ämter im DDR-Jugendverband FDJ. Nach dem Mauerfall übernahm er noch im November 1989 die SED- Bezirksleitung in Halle. 1990 wurde er Mitglied der DDR-Volkskammer.

Von 1990 bis 1998 saß Claus im Landtag von Sachsen-Anhalt, bis 1997 war er zugleich PDS-Landesvorsitzender. 1998 wurde er in den Bundestag und von der Fraktion zum Parlamentarischen Geschäftsführer gewählt. Claus will als Fraktionschef der 37 PDS-Abgeordneten im Bundestag mehr auf Teamfähigkeit setzen als sein Vorgänger Gregor Gysi. Sein Führungsstil soll überhaupt anders sein - schon deshalb, weil Gysi seiner Ansicht nach in keiner Weise zu kopieren ist. Gysi setzt darauf, dass mit Claus ein Jüngerer die Fraktion führt, der den Kalten Krieg nicht mehr so verinnerlicht habe wie er selbst.

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