Peking protestiert scharf gegen US-Visum für Taiwaner Lee
USA will Aufklärungsflüge vor China für "einige Wochen" aussetzen

Die USA erwägen, ihre Aufklärungsflüge entlang der chinesischen Küste noch für "ein paar Wochen" auszusetzen. Während dieser Zeit werde weiter über die Rückgabe des auf der südchinesischen Insel Hainan notgelandeten US-Spionageflugzeugs verhandelt, sagte am Freitag ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums in Washington.

afp WASHINGTON/PEKING. Dagegen betonte der chinesische Präsident Jiang Zemin laut der Zeitung "China Daily", China werde niemals Konzessionen machen, die seine Souveränität, territoriale Integrität und Würde beträfen. Unterdessen entwickelte sich die von Japan und den USA erteilte Einreiseerlaubnis für den früheren taiwanischen Präsidenten Lee Teng-hui zu einer weiteren Belastung. Washington müsse seinen Fehler "unverzüglich korrigieren", wenn die Beziehungen nicht weiteren Schaden nehmen sollten, zitierte das Staatsfernsehen einen Sprecher des Pekinger Außenministeriums.

Am Freitag war die US-Delegation unverrichteter Dinge aus Peking abgereist, nachdem die Gespräche über die Flugzeugkollision über dem Südchinesischen Meer keine greifbaren Fortschritte gebracht hatten. Der US-Beamte aus dem Pentagon betonte, es gebe "gute Gründe", die Aufklärungsflüge vorerst nicht wiederaufzunehmen. Auf diese Weise könne die Diplomatie doch noch zum Zuge kommen. Das US-Spionageflugzeug hatte am 1. April nach einem Zusammenstoß mit einem chinesischen Kampfjet auf Hainan notlanden müssen. China ließ die Besatzung der Maschine am vergangenen Donnerstag frei, nachdem die USA den Vorfall und den Tod des chinesischen Piloten offiziell bedauert hatten.

Japan und die USA hatten Lee am Freitag das Visum trotz scharfer Proteste aus Peking erteilt. Japan habe dem früheren Staatschef "aus humanitären Gründen" ein Visum erteilt, sagte der japanische Außenminister Yohei Kono. Der 78 Jahre alte Lee werde von Sonntag bis Donnerstag in einem Krankenhaus im westjapanischen Kurashiki wegen Herzbeschwerden behandelt. Auch die USA erteilten ihm ein Touristenvisum, damit er an einem Ehemaligen-Treffen der Cornell-Universität im US-Bundesstaat New York teilnehmen kann. Die chinesische Regierung betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und widersetzt sich einer diplomatischen Anerkennung der Regierung in Taipeh durch andere Staaten. Weder die USA noch Japan unterhalten daher offizielle diplomatische Beziehungen zu Taiwan.

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