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Pele-Club Santos feiert brasilianischen Titel

Das Entführungs-Drama um die Mutter des brasilianischen Fußball-Stars Robinho hatte nun auch ein sportliches Happy End. Robinho gewann mit dem FC Santos, in den 60er Jahren durch seinen Star Pele weltbekannt geworden, zum zweiten Mal die Landesmeisterschaft.

dpa SAO PAULO. Das Entführungs-Drama um die Mutter des brasilianischen Fußball-Stars Robinho hatte nun auch ein sportliches Happy End. Robinho gewann mit dem FC Santos, in den 60er Jahren durch seinen Star Pele weltbekannt geworden, zum zweiten Mal die Landesmeisterschaft.

Stürmer Deivid erklärte danach, was für ihn ausschlaggebend war: "Die Entführung der Mutter von Teamkollege Robinho hat uns alle zusammen rücken lassen, hat uns als Team und als Einheit stärker gemacht."

Der 21-jährige Robinho, die zur Zeit begehrteste "schwarze Perle" im Land des fünffachen Weltmeisters, hatte nur einen Kurzkommentar parat: "Meine Freude ist unbeschreiblich." Am 17. Dezember war seine Mutter Marina (44) nach 40-tägiger Verschleppung und der Zahlung von umgerechnet rund 60 000 Euro Lösegeld auf freien Fuß gesetzt worden. 48 Stunden später gewann sein Club den Titel. Bei der anschließenden Meisterfeier jubelte Mutter Marina im Santos-Trikot mit.

Der FC Santos musste auf dem Weg zum Titel nicht nur mit Verletzungsserien und Stadionsperren kämpfen. Robinho, den Fußball-"König" Pele (64) als "meinen wahren Nachfolger" lobt, fehlte wegen der Verschleppung seiner Mutter in sechs Partien. Den Titelgewinn konnte er jedoch auf dem Spielfeld bejubeln.

Das Team aus der Hafenstadt Santos im Bundesland Sao Paulo schlug am letzten Spieltag daheim Vasco da Gama mit 2:1. Damit gewann der Meister des Jahres 2002 den zweiten Titel in den letzten drei Jahren. Mit 103 Treffern in 46 Begegnungen brach der FC Santos zudem den Torerekord, den Vorjahresmeister Cruzeiro Belo Horizonte (102) aufgestellt hatte. Die "Weiß-Schwarzen" aus Santos kamen auf 89 Punkte in 46 Spielen. Zweiter wurde mit drei Punkten Rückstand das Team von Atletico Parana. Atletico hatte die Tabellenführung erst am vorletzten Spieltag wieder an Santos abgegeben.

Besonderen Grund zum Feiern hatte Wanderlei Luxemburgo. Für den früheren brasilianischen Nationaltrainer war es bereits der fünfte brasilianische Landestitel. Damit ist er der erfolgreichste Coach im Land des fünfmaligen Weltmeisters. "Ich bin einfach ein Star", meinte Luxemburgo nach dem Spiel ganz unbescheiden. Neben Robinho, der von Real Madrid heftig umworben wird, glänzten beim FC Santos in der Saison 2004 vor allem Ricardinho, Elano, Leo, Deivid und Basilio. Einige von ihnen sind bei europäischen Teams im Gespräch.

Kurz vor Mitternacht gab es in Santos einen wahren Karneval, als die Spieler auf einem Feuerwehrwagen durch die Straßen defilierten. Die im Santos-Stadion "Vila Belmiro" vorgesehene Feier wurde wegen der großen Menschenmengen vor den Stadiontoren kurzfristig aber abgesagt. Die Spieler des neuen Meisters sollen den Pokal am 20. Dezember in Empfang nehmen.

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