Pensionsfonds als Risikokapital
Pensionsfonds sind in Deutschland noch unterentwickelt

Pensionsfonds als betriebliche Alterssicherung sind in Deutschland im Vergleich mit anderen Industrieländern ausgesprochen schwach vertreten.

ddp KÖLN Ihre Finanzlage machte in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre nur 2,9 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus, weist das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse nach. In den USA belief sich der Anteil der Pensionsfonds am BIP auf 69,0 % und in Großbritannien auf etwa 76,5 %. In den Niederlanden lag die Quote sogar bei 88,6 %. Die Situation in Deutschland könnte sich mit der geplanten Rentenreform ändern, die auch den Weg zu mehr Pensionsfonds ebnen wird, prognostiziert das IW.

Pensionsfonds investieren überwiegend in festverzinsliche Werpapiere

Die wenigen deutschen Pensionsfonds investierten überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere und Darlehen, hebt das Institut hervor. Dagegen besteht in Großbritannien das Anlagekapital der Fonds zu fast 70 % aus Aktien, in den USA zu 60 %. Damit sind Pensionsfonds in diesen Ländern ein wichtiger Geldgeber für Aktiengesellschaften. Zugleich stützen sie auch den Risiko-Kapitalmarkt. In den USA stammen rund 50 % der Mittel, die Risikokapitalgesellschaften zur Förderung von Innovationen aufnehmen, aus Pensionsfonds. In Großbritannien sind es etwa ein Drittel.

Hingegen beläuft sich in Deutschland dieser Anteil lediglich auf gut zehn Prozent. Nach IW-Berechnung stünden hierzulande dem Aktienmarkt rund 50 % und dem Risikokapitalmarkt "weit über 100 %" mehr Mittel zur Verfügung, wenn die Pensionsfonds den Stellenwert wie in den angelsächsischen Ländern bekämen.

In Deutschland, schätzt das IW ein, sind Pensionsfonds zunächst deshalb so wenig verbreitet, weil bei der betrieblichen Altersvorsorge bislang vor allem mit betriebsinternen Rückstellungen gearbeitet wird. Darüber hinaus habe es bislang keine Pensionsfonds nach angelsächsischem Muster gegeben.

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