Pentagon-Berater
Perle: Keine US-Militärpläne in Mittelost

Die USA haben nach Angaben von Pentagon-Berater Richard Perle derzeit keinen militärischen Masterplan gegen Iran.

HB/dpa BERLIN. In einem Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstag-Ausgabe) sagte Perle: "Eine kleine, korrupte und brutale Clique von Mullahs hat im Iran die Macht an sich gerissen. Sie widersetzt sich allen Reformen, sie schließt Zeitungen und unterdrückt die Meinungsfreiheit." Derzeit bestehe eine gute Chance für einen friedlichen Regimewechsel in Teheran. Dabei setzten die USA auf die Bevölkerung und die Studenten.

"Ich glaube nicht, dass irgendjemand im Augenblick an eine Militäraktion gegen den Iran oder auch gegen Syrien denkt", sagte Perle. "Wir haben keinen militärischen Masterplan für den Mittleren Osten. Wir benutzen militärische Gewalt nur, wenn alle friedlichen Mittel erschöpft sind. Das war im Irak der Fall." Im benachbarten Irak müsse der Westen die politische Ausgangsbasis dafür schaffen, dass sich das Land eine neue Verfassung geben könne.

"Diese Verfassung darf jedoch nicht einer neuen Diktatur den Weg bereiten ... Natürlich wird es Kritik geben, dass wir unsere Werte von Freiheit und Demokratie anderen aufzwingen. Aber das stört mich nicht", sagte Perle.

Der Pentagon-Berater zeigte sich überzeugt, dass im Irak noch Massenvernichtungswaffen gefunden würden. "Die Waffen sind sehr gut versteckt. Um sie zu finden, brauchen wir spezifische Informationen von Leuten, die diese Waffenprogramme organisiert haben. Wir müssen ein öffentliches Klima schaffen, damit diese Leute den Mut finden, ihr Wissen preiszugeben." Bei der Beweisführung seien "kleinere Fehler gemacht" worden. Man habe aber nicht versucht, die Öffentlichkeit bewusst zu täuschen.

Perle kritisierte noch einmal die Haltung von Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Irak-Konflikt. "Niemand hat Bundeskanzler Schröder gebeten, deutsche Truppen in den Irak zu schicken. Trotzdem hielt er es für richtig, Anti-Kriegs-Gefühle der Bevölkerung zu nutzen, um seine Wahlchancen zu erhöhen." Dies sei eine "pubertäre Attacke" auf die Führungsmacht der westlichen Welt gewesen.

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