Pentagon und Unternehmenschefs wollen enger zusammenarbeiten
Rüstungskonzerne haben Konjunktur

Die Terroranschläge vom 11. September und der mögliche Krieg gegen den Irak haben der US-Rüstungsindustrie eine noch größere Bedeutung gegeben. Künftig sollen die Vorstandschefs der Rüstungskonzerne und das Verteidigungsministerium enger zusammenarbeiten - und gemeinsam über militärische Ziele und Aufgaben sowie die Entwicklung von Waffen und Verteidigungssystemen beraten.

HB SAN FRANCISCO. Schon jetzt macht sich das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der USA bei den Rüstungsunternehmen bemerkbar: Sie bekommen neue, größere Aufträge. Die Aktien von Konzernen wie Lockheed Martin, Raytheon, General Dynamics und Northrop Grumman legten bereits im vergangenen Jahr - entgegen dem allgemeinen Abwärtstrend - um 3 % zu. Und alles spricht dafür, dass die Gewinne der Rüstungsunternehmen weiter steigen werden. Denn das Budget des US-Verteidigungsministeriums, das sich in diesem Jahr auf 331 Mrd. $ beläuft, soll bis zum Jahr 2007 auf nicht weniger als 451 Mrd. $ aufgestockt werden, ein Plus von 36 %.

Der Flugzeugbauer Boeing, der rund 40 % seines Umsatzes mit Rüstungsaufträgen und 60 % mit zivilem Flugzeugbau erzielt, freute sich über den Zuschlag für den 9,7 Mrd. $ teuren Bau von 60 zusätzlichen C-17 Militärtransportern. Angesichts des Niedergangs der zivilen US-Luftfahrt ein willkommenes Geschäft.

Auch bei Boeings Konkurrenten schlägt sich das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der USA positiv in den Bilanzen nieder. So konnte Lockheed Martin, das größte US-Rüstungsunternehmen, im abgelaufenen Quartal seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum glatt verdoppeln. Auch Northrop setzt auf größere Aufträge des Pentagons. "Die derzeit diskutierten Budgets deuten auf einen wachsenden Markt hin", sagt Vorstandschef Kent Kresa. "Bei Republikanern und Demokraten wird es auch in den kommenden Jahren viel Unterstützung für eine Erhöhung des Budgets für Verteidigung und innere Sicherheit geben."

Tatsächlich will US-Präsident George W. Bush allein 2003 zusätzlich 38 Mrd. $ für die innere Sicherheit ausgeben. Bereits für 2002 hatte er als Reaktion auf den 11. September 22 Mrd. $ für Flughafensicherheit, Impfstoffentwicklung, Polizei- und Feuerwehrtraining sowie Überwachungsdienste bereitgestellt.

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