Per Fernseh-Interview
El-Kaida-Terroristen bekennen sich zu Anschlägen vom 11. September

Dem arabischen Fernsehsender El Dschasira gelang ein Interview mit zwei Mitgliedern der Terrororganisation. Sie erzählen, wie die Anschläge geplant und ausgeführt wurden. Einer der beiden Männer wohnte bis kurz vor dem 11. September in Hamburg.

rtr DUBAI. Dem arabischen Fernsehsender El Dschasira liegt nach eigenen Angaben ein Geständnis zweier El-Kaida-Mitglieder vor, wonach die islamistische Organisation die Anschläge in den USA vom 11. September verübt hat.

In einem am Donnerstag ausgestrahlten ersten Teil einer Dokumentation des Senders hieß es, die beiden Männer seien in Karachi in Pakistan interviewt worden. Im zweiten Teil am kommenden Donnerstag seien erstmals direkte Geständnisses zu sehen, wie die Organisation des Moslem Extremisten Osama bin Laden die Anschläge geplant und ausgeführt habe, sagte der Journalist Josri Fuda, der das Interview geführt hatte. Einer der beiden Männer habe bis kurz vor den Anschlägen in Hamburg gelebt. Der Zeitpunkt des Interviews wurde nicht genannt.

Die USA halten Bin Laden und seine El Kaida für die Drahtzieher der Anschlägen vom 11. September, bei denen etwa 3000 Menschen getötet wurden. Luftpiraten hatten damals Passagierflugzeuge entführt und in das New Yorker World Trade Center und das US-Verteidigungsministerium bei Washington gelenkt. Vertreter El Kaidas hatten die Anschläge als von Gott gesegneten Teil eines heiligen Krieges begrüßt, sich bislang aber nicht zu den Attentaten bekannt.

Die beiden angeblichen El-Kaida-Mitglieder wurden in dem Bericht als der im Jemen geborene Ramsi bin el Schaibah und Khaled el Sheikh Mohammad bezeichnet. Schaibah habe bis wenige Tage vor den Attentate mit Mohamed Atta, einem der 19 Luftpiraten der September-Anschläge, in Hamburg zusammen gewohnt, sagte Fuda.

Das Interview sei von einem Verbindungsoffizier El Kaidas organisiert worden, den der Sender als Abu Bakr bezeichnete. Er sei von gut geschulten Männern über Umwege durch die Stadt in ein Appartmenthaus gebracht worden, wo er Schaibah und Mohammad getroffen habe, sagte Fuda. El Dschasira hat bereits mehrfach Filmmaterial von Bin Laden und El Kaida ausgestrahlt.

In der Dokumentation mit dem Titel "Top Secret" wurden die Gesichter Ramzis und Mohammads nicht gezeigt. Die Bilder zeigten einen Mann, barfuß und mit einem traditionellen pakistanischen Gewand gekleidet. Zudem war der Hinterkopf und Teile des Profils eines anderen Mannes mit schwarzem Bart und schwarzem Haar und dunkler Hautfarbe zu sehen.

Die US-Bundespolizei FBI zählt Mohammad zu den von ihr am meist gesuchtesten Terroristen und hat eine Prämie von 25 Mill. Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zu dessen Ergreifung führen. Mohammad werde wegen einer Verschwörung gegen US-Fluggesellschaften auf den Philippinen 1995 gesucht, hieß es auf FBI-Website. Eine Verbindung Mohammads zur El Kaida zieht das FBI auf seiner Internet-Seite nicht. Schaibah taucht auf der Fahndungsliste auf der FBI-Website nicht auf.

Im Oktober hatten die USA Afghanistan angegriffen, wo die inzwischen gestürzten radikal-islamischen Taliban Bin Laden und El Kaida Unterschlupf gewährt hatten. Seitdem ist Bin Laden untergetaucht.

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