Peres lehnt Arafat-Vorschlag zu Gipfeltreffen ab
Tote und Verletzte bei Zusammenstößen im Westjordanland

Im Westjordanland ist es am Sonntag erneut zu blutigen Zusammenstößen zwischen Israelis und Palästinensern gekommen. Bei einem Feuergefecht in der Stadt Beit Dschalla bei Jerusalem wurden nach Krankenhausangaben ein Palästinenser getötet und 20 weitere verletzt, darunter auch zwei Kinder im Alter von fünf und elf Jahren.

ap JERUSALEM. Der palästinensische Präsidenten Jassir Arafat schlug unterdessen einen Nahost-Gipfel vor. Israels Außenminister Schimon Peres lehnte dies jedoch ab, solange die Gewalt andauere.

Arafat will bei dem neuen Nahost-Gipfel über den Bericht der internationalen Kommission zu den Ursachen der jüngsten Gewaltwelle diskutieren. Es müsse eine Zusammenkunft wie den Krisengipfel im Oktober im ägyptischen Scharm el Scheich geben, bei dem der Bericht in Auftrag gegeben wurde, erklärte Arafat am Samstag in Gaza.

Der Bericht der Kommission unter Leitung des früheren US-Senators George Mitchell gibt keiner der Konfliktparteien die direkte Schuld an den Ausschreitungen und fordert sie auf, an einer Lösung zum Ende der Gewalt zu arbeiten. Außerdem wird Israel aufgefordert, seinen Siedlungsbau im Westjordanland und im Gazastreifen einzufrieren.

Laut einem Bericht der israelischen Tageszeitung `Haaretz" vom Sonntag plant Ministerpräsident Ariel Scharon allerdings eine Erhöhung des Etats für jüdische Siedlungen um 1,5 Mrd. Schekel (rund 820 Mill. DM - 420 Mill. Euro). Scharons Regierung hat betont, dass sie keine neuen Siedlungen plane, die vorhandenen Siedlungen wegen des Bevölkerungswachstums aber ausbauen wolle.

Saddam Hussein will Palästinensern Geld spenden

Bei einem Feuergefecht in der von Palästinensern kontrollierten Stadt Beit Dschalla am südlichen Stadtrand von Jerusalem setzten israelische Soldaten Panzer ein und drangen in die Stadt vor, nachdem zuvor von dort israelische Fahrzeuge beschossen worden waren. Bei dem Toten soll es sich um ein 48 Jahre altes Mitglied der Tansim-Miliz handeln. In der israelischen Küstenstadt Petach Tikva explodierte eine Bombe nahe einer Bushaltestelle. Eine Frau wurde leicht verletzt.

Bereits am Samstag hatte es Zusammenstöße in den Autonomiegebieten gegeben. In Jericho feuerten israelische Soldaten auf eine Unterkunft der palästinensischen Sicherheitskräfte. 17 Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt. In Artas nahe Bethlehem erschossen israelische Soldaten einen örtlichen Führer der Untergrundorganisation Islamischer Dschihad, wie Mitglieder der Gruppierung und palästinensische Sicherheitsvertreter erklärten. Die israelische Armee erklärte zunächst, sie habe keine Kenntnis von dem Vorfall.

(Bagdad) Der irakische Präsident Saddam Hussein will den Familien der in Israel getöteten Palästinenser sechs Mill. Euro (11,7 Mill. DM) spenden. Die amtliche irakische Nachrichtenagentur INA berichtete am Samstag, das Geld werde zusätzlich zu den bereits ausgezahlten 300 Mill. Euro (587 Mill. DM) fließen. Wie das Geld in die palästinensischen Autonomiegebiete gelangen soll, ist unklar. Das UN-Sanktionskomitee hat bislang nicht auf eine Bitte Iraks reagiert, den Palästinensern einen Teil der Einkünfte aus dem Öl-für-Lebensmittel-Programm der Vereinten Nationen zukommen zu lassen.

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