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Peres will Arafat in der nächsten Woche treffen

Der israelische Außenminister Schimon Peres wird nach eigenen Angaben in der kommenden Woche mit Palästinenser-Präsident Jassir Arafat zusammenkommen, um über eine Waffenruhe zu beraten.

rtr CERNOBBIO/JERUSALEM. Peres sagte am Donnerstag im italienischen Cernobbio, das Treffen sei das erste von drei Begegnungen, die er mit Arafat für die kommende Zeit plane. Dessen ungeachtet erschossen palästinensische Heckenschützen nach israelischen Angaben nahe der Grenze zum Westjordanland einen Israeli. Zuvor waren bei einem israelischen Hubschrauber-Angriff zwei Palästinenser getötet und ein ranghoher Palästinenser-Funktionär verletzt worden.

Peres äußerte sich vor einem Gespräch mit seinem italienischen Kollegen Renato Ruggiero am Rande einer Wirtschaftskonferenz in Cernobbio. Peres machte über Ort und Zeitpunkt des Treffens mit Arafat keine genauen Angaben, sagte aber, es werde im Nahen Osten stattfinden. Aus palästinensischen Kreisen war in dieser Woche verlautet, Arafat und Peres könnten sich beim Grenzübergang Erez zwischen dem Gaza-Streifen und Israel oder im ägyptischen Taba begegnen.

In einem Interview sagte Peres, er werde Arafat sagen, dass er selbst die feste Absicht habe, einen Lösungsweg zu finden. "Das Ziel des Treffens ist nicht nur eine Waffenruhe." Diese sei ein erster Schritt, auf den die "vollständige Umsetzung des Mitchell-Berichts folgt". Der Plan des früheren US-Senators George Mitchell sieht eine Waffenruhe als Voraussetzung für vertrauensbildende Maßnahmen vor, denen die Wiederaufnahme der Friedensgespräche folgen soll.

"Das Misstrauen ist tief, der Zorn ist groß, die Situation ist angespannt", sagte Peres. "Ich habe keine Illusionen." Er wisse um die Schwierigkeit des Beginns - ohne die nötige Unterstützung. "Aber keiner von uns hat eine Alternative." Terror sei für Palästinenser und Israelis gleichermaßen schlecht, auf beiden Seiten würden Menschen getötet.

Schießerei an der Grenze

In dem seit Ende September vergangenen Jahres andauernden Palästinenser-Aufstand gegen die israelische Besetzung wurden mindestens 556 Palästinenser und 158 Israelis getötet. Bei der Schießerei an der Grenze zum Westjordanland wurde nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes eine Israelin verletzt. Sie und ihr getöteter Begleiter seien in einem Wagen in der Nähe der palästinensischen Stadt Tulkarm unterwegs gewesen. Zu dem Angriff bekannte sich eine bewaffnete Gruppe, die Arafats Fatah-Organisation angegliedert ist.

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Stunden nach dem Raketenbeschuss in Tulkarm. Die israelische Armee teilte mit, Sicherheitskräfte hätten den Fatah-Funktionär Raed el Karmi und Mitglieder seiner Gruppe angegriffen. El Karmi sei für mindestens sieben Anschläge verantwortlich, bei denen sechs Israelis erschossen worden seien. Die israelischen Streitkräfte haben mehrfach gezielt Palästinenser getötet, die Israel für Anschläge verantwortlich macht.

Peres sagte, solche Aktionen seien nötig, um die Welle der palästinensischen Selbstmord-Attentate auf Israelis zu verhindern. "Der einzige Weg, Selbstmord-Attentäter abzufangen, ist, bevor sie sich auf den Weg (zu Attentaten) gemacht haben."

Der palästinensische Minister Nabil Schaath verurteilte den Hubschrauberangriff als "kaltblütigen Mord". Der Angriff könne dem geplanten Treffen zwischen Arafat und Peres schaden. Arafat werde nicht mit Peres sprechen, wenn nur über ein Ende des, Aufstandes gesprochen werden solle. Das Treffen müsse auch Gespräche über diplomatische Maßnahmen für eine Friedenslösung einschließen. "Wir werden nicht in dieses Treffen gehen, bevor wir nicht klare Antworten erhalten haben", sagte Schaath.

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