Performanceanalyse der größten deutschen Aktienfonds
Frankfurt-Trust will defensive Aktienpositionen ausbauen

Defensive Aktienbestände erhöhen: Das hält Stephan Thomas im aktuellen Börsenumfeld für die richtige Strategie. Thomas managt beim Frankfurt-Trust (FT), der Investmentgesellschaft der BHF-Bank, den FT Frankfurt-Effekten-Fonds.

HB/VWD FRANKFURT/M. Unter den zehn größten Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland rangiert der Fonds dank eines vergleichsweise moderaten Zwölfmoants-Wertverlustes von 30,18 % auf einem der vorderen Ränge. Unter allen 128 deutschen Aktienprodukten bedeutet es Rang 36. Thomas erwartet, dass bis Ende September nicht allzu viel an den Börsen passieren wird. Der Jahrestag der Terrorangriffe und Äußerungen aus der amerikanischen Regierung über einen bevorstehenden Angriff auf den Irak seien nicht dazu geeignet, Vertrauen zu schaffen. "Alles das spricht dafür, die defensiven Bereiche auszubauen und eher konjunktursensible Titel sowie risikoreiche Technologieaktien zu verringern", meint er. Handlungsbedarf durch Reduzierung der Übergewichtung sehe er im Maschinenbau. Bei Chemietiteln könne er sich einen Abbau eher konjunkturempfindlicher Werte wie BASF vorstellen. Thomas überlegt nach eigenen Aussagen momentan, Aktien aus dem Versorgerbereich aufzustocken.

Da der deutsche Aktienindex Dax bei den Versorgern neben Eon und RWE nichts hergebe, könne er sich auch unter den Euroland-Standardwerten umsehen. Thomas kann nach eigenen Angaben dem Fonds maximal 15 % ausländische Werte beimischen. Für attraktiv halte er momentan Öltitel wie Total Fina Elf oder ENI. Deren Aktienkurse würden von einer Zuspitzung der Irakkrise und einem möglichen konjunkturellen Aufschwung gleichermaßen profitieren.

"Unsere Meinung zu den mittel- und langfristigen Aussichten des deutschen Aktienmarktes ist positiv", fasst Thomas die derzeitige Einschätzung seines Hauses zusammen. Aufgrund der Unsicherheiten rechne man aber weiter mit hohen Kursschwankungen. Der Fondsmanager kalkuliert allerdings nicht, dass der Dax erneut seine Tiefststände vom 24. Juni testen wird.

Erst im vergangenen Monat übernahm Wilhelm Heinrichs die Verantwortung für den "Concentra" der Fondsgesellschaft DIT von Christoph Niesel. In der Bilanz büßte der Fonds 30,46 % ein. Damit liegt er unter den größten Fonds direkt hinter dem FT-Konkurrenzprodukt. Im Gesamtklassement reicht es für den 39. Platz.

"Der Fonds ist ausschließlich in den 30 Dax-Werten investiert. Er hat einen langfristigen Horizont", sagt der neue Fondsmanager. Das recht zuversichtliche ökonomische Weltbild des DIT habe einen "gewissen Dämpfer" erhalten. Die Kernfragen sei zur Zeit, ob die Aktienkurse schon einen Boden gefunden hätten und es jetzt wieder bergauf gehe. Die wirtschaftlichen Indikatoren gäben darüber keine eindeutige Auskunft.

"Der Concentra ist kein Trading-orientierter Fonds", betont Stratege Heinrichs. Man treffe seine Anlageentscheidungen auf Basis von grundsätzlichen Einschätzungen eines Unternehmens und versuche durch eine differenzierte Gewichtung der einzelnen Dax-Werte besser abzuschneiden als der Leitindex.

Heinrichs hat nach eigenen Angaben die Aktien der Deutschen Telekom momentan im Fonds übergewichtet. Die Papiere seien zu Kursen von weniger als zehn Euro "eingesammelt" worden. "Wir glauben, dass sich das Risiko spürbar verbessert hat. Allerdings kann man Probleme wie die hohe Verschuldung und den Managementwechsel nicht sofort beseitigen", glaubt Heinrichs. Bei der Deutschen Telekom habe man in die Aussicht auf längerfristige nachhaltige Verbesserungen investiert. Im Versorgerbereich billigt Heinrichs nach eigenen Angaben den Aktien von RWE kurzfristig mehr Kurspotenzial zu als den Anteilsscheinen von Eon, weil dort das Ruhrgas-Thema noch in der Schwebe sei.

Insgesamt sei der Fonds momentan defensiv ausgerichtet. Erst bei einem eindeutigen Aufwärtstrend werde er wieder aggressiver in den Markt gehen.

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