Performanceanalyse der Hochzins- und Emerging-Markets-Rentenfonds
Fondsmanager setzen auf ungarische Anleihen

Mit Anleihen aus den osteuropäischen Ländern, die der EU beitreten wollen, haben Fondsmanager gute Gewinne gemacht. Den ungarischen Rentenmarkt schätzen die Experten besonders. Dagegen haben Fonds, die auf Hochzins-Unternehmensanleihen aus Europa spezialisiert sind, heftige Verluste eingefahren.

HB/vwd/FRANKFURT/M. Von den Anleihemärkten der osteuropäischen Beitrittskandidaten zur EU hält Peter Svoboda Ungarn für besonders reizvoll. Die Gründe sieht der Rentenexperte der österreichischen Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft in erwarteten Zinssenkungen um weitere 100 Basispunkte bis Jahresende sowie in Aufwertungsphantasie der ungarischen Währung zum Euro.

Daher will Svoboda beim Osteuropa-Rentenfonds Raiffeisen-EuroVision-RentFonds T an seiner Ungarnquote von 34 Prozent und damit einer zweiprozentigen Übergewichtung gegenüber seinem Commerzbank-Referenzindex festhalten. In den zwölf Monaten bis Ultimo September erwirtschaftete der Fonds einen Wertzuwachs von 16,49 Prozent. Mit diesem Ergebnis liegt er in der Kategorie der Emerging-Markets- und High-Yield-Rentenfonds auf Platz zwei.

Svoboda favorisiert am "günstig bewerteten" ungarischen Rentenmarkt den drei- bis fünfjährigen Laufzeitenbereich. Anlageschwerpunkte seien neben Staatsanleihen vor allem Papiere supranationaler Organisationen wie der Europäischen Investmentbank, die gegenüber ungarischen Staatsanleihen mit Renditeaufschlägen von rund 35 Basispunkten lockten.

Auch am polnischen Rentenmarkt sieht Svoboda trotz erwarteter Währungsschwankungen weiterhin gute Chancen. Beflügeln sollte das Zinssenkungspotenzial der polnischen Notenbank. Bis Jahresende beziffert er deren Spielraum auf 200 Basispunkte. Mit einem Anteil von 51 Prozent ist Polen zwar das Portfolio-Schwergewicht. Er sei gegenüber der Messlatte aber leicht unterrepräsentiert. Auch in Polen bevorzugt er Investitionen im liquiden drei- bis fünfjährigen Segment. Er konzentriere sich auf Papiere supranationaler Emittenten, sagt Svoboda. Interessant seien Anleihen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung oder der Weltbank. Um das durchschnittliche Rating innerhalb des Polen-Anteils zu erhöhen, investiere er auch in Zloty-Anleihen deutscher Landesbanken. Gegenüber polnischen Staatsanleihen böten sie Renditeaufschläge bis zu 40 Basispunkte.

Eher eingetrübt beurteilt Svoboda die Perspektiven in Tschechien. Denn seiner Meinung nach wird das staatliche Banken-Restrukturierungsprogramm das Budget des Landes massiv belasten und erhöhte Emissionen von Staatsanleihen erfordern. Da dies zu einem Klettern der Renditen am langen Ende des tschechischen Rentenmarktes führen dürfte, habe er Tschechien, das im Vergleichsindex des Raiffeisen-EuroVision-RentFonds T mit 14 Prozent vertreten ist, in seinem Portfolio lediglich mit sieben Prozent berücksichtigt. Auch dort mag Svoboda neben Staatsanleihen Emissionen der Weltbank mit Rendite-Spreads von 25 Basispunkten im fünfjährigen Laufzeitenbereich.

Mit vier Prozent der Mittel ist der Raiffeisen-Rentenexperte in Staatspapieren aus den baltischen Ländern Litauen und Lettland engagiert. Weitere drei Prozent entfielen auf den interessanten, aber recht illiquiden slowakischen Markt.

Die auf europäische Hochzins-Unternehmensanleihen spezialisierten Fonds verbuchten in den vergangenen zwölf Monaten dagegen deutliche Verluste. Mit einer Performance von - 37,30 Prozent landet der Morgan Stanley-European High Yield Bond Fund auf Platz 129. Die hohe Gewichtung von Unternehmensanleihen aus den Sektoren Telekommunikation und Kabel habe maßgeblich die Wertentwicklung belastet, sagt Fondsmanager Christian Roth. Im Portfolio habe er in diesen Bereichen Titel von Gesellschaften, bei denen die Verbesserung der Kapitalstruktur zu einer Höherbewertung führen könne. Als Beispiele nennt er das in Nordrhein-Westfalen tätige Kabel-Unternehmen Callahan oder den polnischen Mobilfunkanbieter PTC.

Prominent im Portfolio vertreten sei auch die Chemiebranche, wobei Roth Anleihen von Gesellschaften aus weniger Konjunktur empfindlichen Segmenten wie den deutschen Industriegasproduzenten Messer Griesheim bevorzugt. Aus anderen Sektoren findet der Morgan-Stanley-Fondsmanager unter anderem Papiere des niederländischen Herstellers von Verpackungen Kappa Packaging oder des deutschen Gesundheitsunternehmens Fresenius Medical Care attraktiv.

Roth ist für hochverzinsliche Unternehmensanleihen mit Ratings unterhalb BBB- insgesamt recht optimistisch. Denn der Markt preise gegenwärtig künftige Zahlungsausfälle von ungefähr zehn Prozent ein, die Roth angesichts einer erwarteten konjunkturellen Verbesserung im kommenden Jahr zu hoch erscheinen.

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