Performancedruck steigt durch höhere Transparenz
Vermögensverwalter kämpfen um Kunden

Die Folge: Durch eine Marktbereinigung werden viele der kleineren Anbieter verschwinden, glauben Experten. Von den Neustrukturierungen profitiert bislang nur die Deutsche Bank

FRANKFURT/M. Auf die Vermögensverwalter kommen harte Zeiten zu. Die so genannten Asset-Manager werden sich vom Wachstumsmarkt "institutionelle Kunden" verabschieden müssen. Das ist die wesentliche Aussage der jüngsten Studie von Greenwich Associates. Die These ist nicht unumstritten. "Es bleibt ein Wachstumsmarkt, dafür sorgt schon das enorme Potenzial in der Altersvorsorge", erklärt beispielsweise Barbara Möller, Senior Consultant bei RMC Risk Management Consulting.

Nichts desto trotz nimmt auch in anderen Bereichen des Asset Managements der Zwang zur Größe zu. "Es wird eine langfristige Bereinigung des Marktes geben. Wer nicht die relevante Größe hat, muss aufgeben oder sich besser aufstellen", erwartet Edgar Klein, Partner bei Deloitte Consulting. Gegenwärtig sehen Experten ein verwaltetes Volumen von 400 Mrd. Euro als kritische Masse an. Doch dieser Wert wird auf Grund des Wettbewerbsdrucks und der Kostenproblematik enorm steigen. Langfristig müssten Asset Manager schon eine Billion Vermögen verwalten, so ein Analyst, um rentabel zu arbeiten.

Diese Größenordnung haben gegenwärtig gerade einmal vier Asset Manager weltweit. Das sind die Schweizer UBS, der Allianz-Dresdner-Konzern, die US-Gesellschaft Fidelity sowie die Deutsche Bank. "Größe ist wichtig, da die Kosten pro Euro verwaltetem Vermögen immer noch zu hoch sind", so Klein. "Ziel der Gesellschaften ist es, die Marktanteile abzurunden und eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Größe zu erreichen", betont auch Udo Behrenwaldt, europäischer Chief Executive Officer des Asset Management der Deutschen Bank.

Nischen bieten Chancen

Chancen in der Nische seien aber durchaus noch vorhanden. "Dann aber nur, wenn eine herausragende Persönlichkeit den Fonds managt oder ein herausragendes Produkt geboten wird", so Behrenwaldt. Gerade letzteres ist aber sehr schwierig, da die Angebote sehr schnell und einfach zu kopieren sind.

Unter Druck geraten Asset Manager auch durch die Tendenz zur Qualität und Selektion. "Durch die zunehmende Open-Architecture-Strategie, also den Verkauf auch von Drittfonds, nimmt der Performancedruck erheblich zu", so Behrenwaldt. Hier spiele auch die Marke eine immer wichtigere Rolle, erklärt der Deutsch-Banker.

Börsenflaute verstärkt Probleme

Die Probleme werden zusätzlich noch verstärkt durch die anhaltenden Börsenflaute, die durch wegbrechende Provisionsergebnisse und sinkende Depotvolumina deutliche Spuren bei den Verwaltern hinterlässt: Zum Halbjahr mussten drei der vier Großbanken mehr oder weniger deutliche Einbußen im Geschäftsfeld Asset Management hinnehmen. Einzig die Deutsche Bank konnte dank der Akquisitionen von Scudder und Rreef kräftig zulegen

Bei den übrigen Instituten schlagen die Neustrukturierungen im Asset Management, das von allen Häusern als Wachstumsfeld der Zukunft ausgelobt wird, noch nicht nennenswert zu Buche. Die Commerzbank zum Beispiel ordnete das Vermögensverwaltungsgeschäft im April komplett neu. Das Institut hatte sich in den neunziger Jahren mit einer starken internationalen Orientierung verhoben. Die Konsequenz: Die Gesellschaft Montgomery in den USA steht zum Verkauf, die italienische Einheit wurde bereits abgestoßen. Und erst vor kurzem wurde der geplante Verkauf der englischen Tochter Jupiter abgeblasen. Der Markt gebe die Preise nicht her, hieß es dazu zur Begründung. Für Montgomery hofft die gelbe Bank bis Ende des Jahres einen Käufer präsentieren zu können. Darüber hinaus wurden das Publikumsgeschäft für den privaten Anleger sowie das Spezialfondsgeschäft zusammengelegt. Im ersten Halbjahr machte die Commerzbank im Geschäftsfeld Asset Management einen Verlust von 60 Mill. Euro.

Hypo-Vereinsbank baut radikal um

Die Hypo-Vereinsbank baut noch radikaler um: Seit Jahresbeginn sind das Asset Management und das Private Banking unter dem globalen Geschäftsfeld Wealth Management zusammengefasst. Damit seien die Münchener die einzige europäische Bank, die alle Aktivitäten der Vermögensverwaltung unter einem Dach zusammenfasst, erklärte HVB-Vorstand Stefan Jentzsch. Ziel ist in den kommenden zwei Jahren eine Verdoppelung des verwalteten Vermögens auf mehr als 100 Mrd. Euro.

Die Dresdner Bank, seit letzten Jahr unter dem Dach der Allianz, wird erheblich enger an die Leine genommen. Hatte die hauseigene Fondsgesellschaft DIT zu Bankzeiten erheblichen Spielraum, diktiert nun der Versicherungskonzern aus München die Spielregeln. Das führt zu erheblichen Reibungsverlusten, die Integration läuft alles andere als glatt. Im ersten Halbjahr zeigt sich das in einem Rückgang des Ergebnisses um rund 27 % auf 90 Mill. Euro.

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