Perlen im MDax und Smax
Zeitpunkt zum Einstieg in Aktien ist günstig

Nach den deutlichen Kursverlusten an den deutschen Aktienmärkten in den vergangenen Wochen haben viele Papiere nach Einschätzung von Experten inzwischen ein günstiges Einstiegsniveau erreicht.

Reuters FRANKFURT. "Der Einstiegszeitpunkt ist auf längere Sicht auf jeden Fall der richtige," sagte Aktienstratege Dietmar Wiggermann von Concord Equity Research. Kurzfristig sei der Markt zwar kaum einschätzbar, da immer wieder negative Nachrichten kommen könnten, die fundamentalen Trends stimmten aber bereits.

Die starken Kursschwankungen an den deutschen Aktienmärkten, die sich derzeit häuften, seien charakteristisch für einen sich abzeichnenden Wendepunkt, sagte Aktienstrategin Gertrud Traud von der Bankgesellschaft Berlin. Erst am Dienstag hatte der Deutsche Aktienindex eine Achterbahnfahrt hingelegt und war auf ein Jahrestief von 3826 Punkten gefallen. Es sei möglich, dass der Markt noch einmal die Tiefstände vom vergangenen September testen wolle, ergänzte Traud. "Es sieht aber nicht mehr so aus, als ob der Markt noch dauerhaft nach unten geht."

"Die fundamentalen Trends stimmen mich sehr optimistisch", sagte Wiggermann. Die Konjunktur in den USA befinde sich in einer klaren Aufwärtsbewegung und auch Europa habe das Tal der Tränen verlassen. Nach Aussage des Expertens sind Aktien zudem derzeit im Verhältnis zu Renten von der Renditeseite her deutlich unterbewertet. Die Risikoprämie sei mit 36 Prozent auf Basis der Gewinne für 2003 außerordentlich attraktiv.

Ein Kursanstieg der deutschen Aktien habe sich durch negative Nachrichten wie den Bilanzskandal beim Telekom-Konzern Worldcom verzögert, er sei aber nicht aufgehoben.

Aktienstratege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt sagte hingegen, der Markt haben noch nicht den Boden erreicht. "Wir erwarten noch viele Enttäuschungen, besonders bei den Halbjahresergebnissen." Vor allem im Technologiebereich seien viele Aktien noch stark überbewertet.

Borghoff erwartet, dass der Markt sein Tief im Verlauf des dritten Quartals erreichen wird. Im den letzten vier Jahren sei dies alleine drei Mal im September, Oktober der Fall gewesen und es spreche vieles dafür, dass es 2002 wieder so sein werde.

Traud hingegen sieht die Bewertung derzeit als günstig an. Die Vorzeichen seien ziemlich gut und die Wahrscheinlichkeit für einen Wendepunkt am Aktienmarkt steige kontinuierlich.

Nach dem Ausverkauf rät Borghoff kurzfristig zu einer Investition in Blue-Chips, da diese in einer Aufstiegsphase das größere Aufwärtspotenzial hätten. Mittelfristig dürften sich die Nebenwerte aus dem MDax aber besser entwickeln. Borghoffs Favoriten sind hier Celanese, mg technologies, Rheinmetall und Techem.

Nach Wiggermans Ansicht sollten sich Anleger stark auf einzelne Titel konzentrieren. Vor allem im MDax gibt es nach seiner Einschätzung relativ viele altehrwürdige Unternehmen, die unheimlich günstig bewertet sind und teils zu Unrecht unter die Räder gekommen seien. "Die werden langsam aber sicher wieder ausgegraben und haben klares Nachholpotenzial", sagte er.

Traud hingegen traut Werten aus dem MDax hingegen nicht mehr viel Aufwärtspotenzial zu. "Hier ist das meiste schon gelaufen." Kurzfristig sei eine solche Anlage aber risikoärmer.

Fondsmanager Jochen Mathee von Invesco sagte, gerade die kleineren Unternehmen aus dem Smax seien derzeit günstig bewertet, so dass es Sinn mache, in solche Werte zu investieren. Zudem seien vielen von diesen nicht von den Strukturproblemen am Kapitalmarkt betroffen und böten meist hohe Dividenden. "Deswegen ist es außerordentlich sinnvoll, sich diesen Werten über Fonds zu nähern", sagte Mathee.

Zudem konzentrierten sich viele Firmen auf den Maschinenbau und könnten daher in der Regel stärker von einer konjunkturellen Erholung profitieren. Small-Caps sollten im Gesamtportfolio eines Anlegers allerdings maximal fünf bis zehn Prozent ausmachen. Zu den Favoriten Mathees gehören unter anderem Takkt, Rational und Rohwedder.

Im MDax gehörten in den vergangenen drei Monaten die Aktien von Stinnes, Tecis, Südzucker und Vossloh zu den größten Kursgewinnern. Auf der Verliererseite standen hingegen Goldzack sowie die inzwischen insolventen Unternehmen Cargolifter und Babcock Borsig. Im Smax konnten CeWe Color, Hornbach sowie Holsten die höchsten Kursgewinne verzeichnen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%