Peronisten Menem und Kirchner setzen sich durch
Argentinien: Stichwahl notwendig

Der frühere argentinische Präsident Carlos Menem hat bei der Präsidentenwahl am Sonntag Hochrechnungen zufolge mit 24,2 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Das teilte die Zentrale Wahlkommission in Buenos Aires nach Auszählung von 33 Prozent der Stimmen mit.

HB/dpa BUENOS AIRES. Der 72-jährige Peronist verpasste aber die für einen Sieg notwendige Mehrheit und muss deshalb in drei Wochen in einer Stichwahl gegen seinen parteiinternen Rivalen Néstor Kirchner antreten. Kirchner, der von Interimspräsident Eduardo Duhalde unterstützt wurde, kam auf 21,6 %, wie die Wahlkommission weiter mitteilte.

Trotz der schwersten Wirtschaftskrise in der Geschichte des Landes verlief die erste Präsidentenwahl seit den blutigen Unruhen von Ende 2001 weitgehend ruhig. Nach vorläufigen Angaben der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), die Wahlbeobachter entsandt hatte, gab es keine größeren Störungen oder Unregelmäßigkeiten. In einigen Fällen hätten zunächst Wahlunterlagen gefehlt, monierten Sprecher verschiedener Kandidaten.

Auf Platz drei landete mit 17,2 % der Liberale Ricardo López Murphy gefolgt vom dritten peronistischen Kandidaten Adolfo Rodríguez Saá, auf den 14,1 % entfielen. Die linksgerichtete Elisa Carrió erhielt 13,6 %. Alle anderen der insgesamt 18 Kandidaten erzielten nur geringe Stimmenanteile.

Nach den monatelangen Demonstrationen unter der Parole "Que se vayan todos" (Haut alle ab) lag die Wahlbeteiligung nach diesen Angaben hoch. Mehr als 80 % der insgesamt 25,5 Millionen Wahlberechtigten hätten ihre Stimme abgeben.

Die stärksten Emotionen in einem ansonsten eher ruhigen Wahlkampf hatte Menem ausgelöst. Während ihm seine Kritiker vorwarfen, die Auslandsschulden in seinen Amtsjahren zwischen 1989 und 1999 verdoppelt zu haben, erhoffen sich seine Anhänger eine Wiederholung der wirtschaftlichen Erfolge seiner Modernisierungspolitik. Kirchner will der sozialen Tradition der Peronisten treu bleiben und zugleich die Produktion wieder ankurbeln. Er verspricht eine "seriöse Regierung". Der Sieger tritt am 25. Mai die Nachfolge Duhaldes an.

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