Personal-Vorstand Heinz Klinkhammer setzt auf internen Wechsel
Telekom will Arbeitsplätze ohne Entlassungen abbauen

Die Telekom erhöht den Druck auf einen Teil ihrer Beschäftigten, an Qualifizierungsprogrammen teilzunehmen und zeitweise auf Teile ihres Gehalts zu verzichten.

BERLIN. Personalvorstand Heinz Klinkhammer will auch den bis 2004 zusätzlich geplanten Abbau von knapp 10 000 Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen managen. "Wir brauchen ein Szenario, das bezahlbar bleibt", sagte er dem Handelsblatt.

Erstmals nannte er genaue Zahlen zum geplanten Stellenabbau: Von den 256 000 Arbeitsplätzen weltweit will die Telekom 38 400 bis Ende 2004 abbauen und gleichzeitig 15 600 andere Stellen aufbauen. In Deutschland mit zur Zeit knapp 180 000 Beschäftigten sollen unter dem Strich 22 000 Stellen wegfallen; von diesen ist der Abbau von 12 000 Stellen in diesem Jahr bereits mit Gewerkschaft und Betriebsrat fest vereinbart.

Klinkhammer zeigt Verständnis für die Position der Gewerkschaft Verdi, während der Tarifverhandlungen nicht über Beschäftigung reden zu wollen. "Wir müssen aber jetzt zu mehr Flexibilität kommen", sagte er. Er will in Bereichen mit Personalüberhang ganze Abteilungen in Qualifizierungsgesellschaften überführen, in denen die Weiterbildung von der Telekom, aber auch mit Eigenbeteiligung der Beschäftigten und öffentlicher Förderung bezahlt werden soll. Bisher habe die Telekom auf öffentliche Förderprogramme verzichtet, sagte Klinkhammer. Seit Jahren hat die Telekom bereits ein konzern-internes Arbeitsamt aufgebaut, um für Mitarbeiter, deren Stelle gestrichen wird, neue Arbeitplätze zu finden. Klinkhammer sieht es auch als Möglichkeit, Leute für andere Unternehmen zu qualifizieren. Sozialpläne seien meist teurer als derartige Programme.

Mittelfristig sieht er wieder einen höheren Bedarf an Leuten: bei T-Mobile etwa, sobald das UMTS-Geschäft in die Gänge kommt, und bei T-Systems, wenn dort nach der Konjunkturflaute wieder das Projektgeschäft anspringt. "Ich halte deshalb nichts von Entlassungen", so Klinkhammer. Mit Druck und Anreizen will er zudem die Bereitschaft, umzuziehen, erhöhen. "Wir brauchen inzwischen die meisten Leute in den westdeutschen Ballungsgebieten", sagte er.

Quelle: Handelsblatt

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin
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