Personalabbau
DAK und Barmer streichen Stellen

Die beiden Ersatzkassen ziehen offenbar die Konsequenzen aus der anhaltend schlechten Finanzlage in der Gesetzlichen Krankenversicherung.

dpa HAMBURG/WUPPERTAL. Bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) und der Barmer Ersatzkasse sollen rund 2000 Stellen wegfallen. DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz sagte am Dienstag in Hamburg, bis Ende 2004 sollten 1400 Stellen gestrichen werden. Die Barmer Ersatzkasse erwägt nach Angaben einer Sprecherin in diesem Jahr den Abbau von rund 600 Stellen.

Bodanowitz sagte, der anstehende Personalabbau solle sozialverträglich gestaltet werden. "Wir setzen jetzt auf die natürliche Fluktuation und versuchen, ohne Entlassungen auszukommen." So sei eine "Teilzeitoffensive" gestartet worden. Auch die Barmer Ersatzkasse mit Sitz in Wuppertal hofft nach Angaben ihrer Sprecherin, ohne betriebsbedingte Kündigungen auszukommen. Der Stellenabbau sei Teil einer seit längerem andauernden Strukturanpassung. Im vergangenen Jahr seien bereits 1300 Stellen abgebaut worden.

Nach Einschätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft der christlichen Gewerkschafter (CGB) in der CDA zeigt der Stellenabbau "auf erschreckende Weise die dramatische finanzielle Situation der gesetzlichen Krankenversicherung". Die beiden Kassensprecher verwiesen dagegen auf den Risiko-Strukturausgleich, der besonders den großen Kassen zu schaffen mache. Bodanowitz nannte als einen wichtigen Grund für die Probleme die massive Abwanderung von Mitgliedern zu den Betriebskrankenkassen. "Hier rächt sich ein Webfehler des Risikostrukturausgleichs." Um wieder "vernünftige Wettbewerbsbedingungen unter den Kassen" zu schaffen, sei eine Reform des Risikostrukturausgleichs nötig.

Die Barmer Ersatzkasse ist mit 18 000 Mitarbeitern größte deutsche Krankenkasse, die DAK mit rund 5,3 Millionen Mitgliedern die zweitgrößte.

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