Personalabbau in deutschen Frachtzentren möglich
Deutsche Post steigt in britischen Briefmarkt ein

Die Deutsche Post steigt in den britischen Briefmarkt ein. Die britische Aufsichtsbehörde Postcomm erteilte der Post am Mittwoch in London eine Lizenz für die Beförderung von zunächst 40 Mill. Briefen im Jahr. Die Post ist bereits im britischen Paketmarkt über die Securior Omega Express engagiert.

rtr DüSSELDORF/LONDON. Post-Sprecher Martin Dopychai kündigte an, dass die Post zunächst die Marktchancen auf der Insel ausloten und dazu "Versuchsballons" im britischen Briefmarkt starten wolle. "Wir werden zunächst mit bestimmten Kunden Tests fahren", sagte er. Dabei solle die Zustellung zunächst über bestehende Töchter erfolgen. Wenn klar sei, ob sich der Markteinstieg lohne, könne entschieden werden, ob die Post weiter über Töchter agiert oder ob Zukäufe in Großbritannien in Frage kommen.

Die Post könne sofort mit der Beförderung von Briefen beginnen, teilte Postcomm weiter mit. Die Lizenz sei zunächst auf ein Jahr begrenzt. Das Höchstlimit von 40 Mill. Briefen entspricht etwa der Hälfte des Aufkommens, das der ehemalige britische Staatsmonopolist Consignia täglich befördert. Eine unbefristete Lizenz wird voraussichtlich im kommenden Jahr erteilt. Die britische Regierung will den heimischen Postmarkt innerhalb der kommenden fünf Jahre vollständig für den Wettbewerb öffnen. Consignia fährt zur Zeit einen täglichen Verlust von über eine Mill. britischen Pfund ein und will 32 000 Arbeitsplätze abbauen. Die Deutsche Post hatte bereits angekündigt, sich in Europa im Briefgeschäft wegen der anstehenden Liberalisierung stärker positionieren zu wollen. Auch in Asien will sie sich verstärkt engagieren. Erst Anfang Juli hatte die Post mitgeteilt, sie werde ihre Position in den Niederlanden weiter ausbauen und damit dem dortigen Marktführer TNT Post Groep (TNT) das Revier streitig machen. Ein Post-Sprecher hatte damals erklärt, dies sei der erste Schritt ins europäische Ausland, dem sicherlich noch weitere Schritte folgen würden. Nach Beschlüssen der Europäischen Union soll die Grenze für die profitablen Monopolrechte nationaler Postdienstleister im europäischen Briefbereich zum 1. Januar 2003 von 350 Gramm auf 100 Gramm und dann noch einmal zum 1. Januar 2006 auf 50 Gramm gesenkt werden. Der Markteintritt von Konkurrenten wird damit erleichtert.

Unterdessen erwäge die Post einen Abbau von Arbeitsplätzen in den Verwaltungen ihrer bundesweit 33 Frachtzentren, sagte Dopychai weiter und reagierte damit auf einen Bericht der Zeitung "Die Welt". Die Post habe bereits Verwaltungen ihrer Briefzentren zusammengelegt. Dabei sollen zwischen 200 und 300 Stellen im Management der Zentren weggefallen. Nun gebe es Überlegungen, das Management auch im Bereich der Frachtzentren zu "straffen".

Durch die jüngsten Überflutungen in Teilen Deutschlands sind der Post Dopychai zufolge kaum Schäden entstanden. Einige Filialen seien überschwemmt worden. Doch nach wenigen Tagen hätten sie wieder öffnen können, da kaum größere Schäden entstanden seien. Zudem seien zwischen zehn und 15 Fahrzeuge durch das Hochwasser zerstört worden. Auch habe sich die Zustellung von Briefen in 140 der bundesweit über 62 000 Zustellbezirke verzögert.

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