Personalabbau nicht geplant
Audi: Mehr Muskeln, weniger Fett

Nach sechs Rekordjahren will der neue Audi - Chef Martin Winterkorn den Autobauer mit einer sportlicheren Ausrichtung und einem Tritt auf die Kostenbremse durch die Flaute steuern.

dpa NECKARSULM. Denn auch die VW-Tochter bekommt die weltweite Branchenkrise zunehmend zu spüren. "Wir erwarten für das zweite Halbjahr keine entscheidende Verbesserung in den Märkten", sagte Winterkorn am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Neckarsulm. Nach leichten Zuwächsen in den ersten sechs Monaten erwarte er daher für Audi im Gesamtjahr nur einen stabilen Absatz.

Winterkorns Neuausrichtung sieht neben mehr Sportlichkeit auch eine Absatzoffensive in der USA und eine Erweiterung der Modellpalette vor. Der neue Chef stellte auf der Hauptversammlung klar, dass er trotz der Erfolge der vergangenen Jahre Erneuerungsbedarf bei Audi sieht. "Audi ist derzeit in einigen lukrativen Fahrzeugsegmenten nicht vertreten", bemängelte er. Als Beispiel nannte er so genannte Crossover-Autos, beispielsweise Mischformen aus Geländewagen und Coupe.

Neue Modelle sollten das sportliche Profil von Audi schärfen. Die Fahrzeuge sollten nicht nur sportlicher unterwegs sein, sondern auch so aussehen. "Mehr Muskeln, weniger Fett" - so die Devise.

Winterkorn hatte am 1. März die Nachfolge von Franz-Josef Paefgen angetreten. Als Audi-Vorstandsvorsitzender ist er gleichzeitig im VW-Konzernvorstand vertreten - eine Konstellation, die sich erst noch einspielen muss. Winterkorn ist viel in Wolfsburg. "Man bekommt ihn bisher kaum zu Gesicht", heißt es bei den Ingolstädtern. Allerdings könne es im Wettbewerb der Konzernmarken auch ein Vorteil sein, eine starke Position in Wolfsburg zu haben.

In den ersten sechs Monaten steigerte Audi den Absatz von Audi - Fahrzeugen noch einmal um vier Prozent auf 383 500 verkaufte Fahrzeuge. Im Heimatmarkt Deutschland sank die Zahl der Auslieferungen um knapp drei Prozent auf 126 100 Stück. Damit schlug sich Audi besser als der Markt und baute den Marktanteil auf 7,5 Prozent aus.

Der Umsatz sank wegen Absatzrückgängen bei der italienischen Vertriebstochter Autogerma um ein Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Autogerma verkauft in Italien auch Autos der anderen Marken des VW-Konzerns. 2001 hatte Audi den Umsatz um zehn Prozent auf 22 Milliarden Euro gesteigert. Der Absatz wuchs um elf Prozent auf mehr als 726 000 verkaufte Autos.

Wie Audi konkret Kosten einsparen will, ließ Winterkorn offen. "Mein Ziel ist, dass wir es schaffen, gleichzeitig unseren Anspruch auf Hochwertigkeit zu verteidigen und dabei weniger Kosten zu verursachen", sagte er. Ein Stellenabbau ist nach Angaben eines Firmensprechers aber nicht geplant.

Die Aktionäre sind weitgehend zufrieden mit dem Kurs des Autobauers. Allerdings kritisierten auch sie eine zu kleine Modellpalette. So habe Audi beispielsweise im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten keinen Van im Programm, meinte ein Anteilseigner. Der Streubesitz bei Audi beträgt etwa ein Prozent.

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