Personalabbau vorerst geringer als geplant
Bahn will Ergebnis trotz höherer Kosten halten

Die Deutsche Bahn AG wird in den kommenden Jahren zunächst weniger Stellen streichen als geplant. Sie rechnet aber nicht damit, dass darunter das Ergebnis des Konzerns leiden wird. Das hat Bahn - Personalvorstand Horst Föhr bei der Vorstellung des Personal- und Sozialberichts in Berlin gesagt.

huh BERLIN. Er kündigte an, dass zusätzliche Umsätze in Höhe von "mehreren hundert Mill. DM" sowie Einsparungen beim Materialaufwand und "sonstigen Aufwendungen" die nach jetzigem Plan höheren Personalkosten vollständig ausgleichen würden.

Die Bahn kann ab 2002 ihre Ziele beim Stellenabbau nicht einhalten. Grund sei die schleppende Einführung neuer, Personal sparender Techniken, bestätigte Föhr. Deshalb würden im kommenden Jahr bis zu 3800 Jobs weniger wegfallen als ursprünglich geplant. Diese Differenz werde in den kommenden Jahren schrittweise vermindert und nach 2005 den alten Werten angenähert. Nach Angaben der Gewerkschaft Transnet hatte die Bahn in ihrer Mittelfristplanung bis 2005 den Abbau von mehr als jeder fünften Stelle vorgesehen.

Zum Jahresende werden konzernweit laut Föhr noch 214 000 Mitarbeiter beschäftigt sein. Dies entspreche einem Abbau von 8100 Arbeitsplätzen gegenüber dem Jahresanfang. Die Zahl der Auszubildenden werde von 11 850 auf 9100 sinken. Dabei habe die Bahn die geplanten Einsparungen um 100 Mill. DM übertroffen. Trotz des Personalabbaus seien die geleisteten Überstunden konzernweit zurückgegangen.

Föhr räumte jedoch ein, dass es in Einzelfällen zu Engpässen beim Personaleinsatz komme. Transnet-Chef Norbert Hansen hatte der Bahn vorgeworfen, wegen des Personalabbaus hätten sich in einzelnen Bereichen mehr als 1000 Überstunden pro Beschäftigten angesammelt, die Zuverlässigkeit des Bahnbetriebs sei gefährdet.

Um zusätzliches Personal zu verringern, will das Unternehmen von 2002 an den Vorruhestand für Beamte wieder einführen. Die Bundesregierung werde zu Jahresanfang ein Gesetz verabschieden, das die bis 1998 mögliche Frühpensionierung wieder zulasse, sagte Föhr. Danach können Beamte des einfachen und mittleren Dienstes mit 55 Jahren und die des gehobenen Dienstes mit 60 Jahren in Ruhestand gehen. Die Bahn will bis 2006 auf diesem Weg 7100 der verbliebenen 35 000 Beamten verabschieden. Doch auch dieser Weg kostet: Für jeden Vorruhestandsfall müsse die Bahn dem Bund 60 000 DM zahlen, also insgesamt 426 Mill. DM.

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