Personalcomputer werden deutlich billiger
Intel senkt drastisch die Preise

Der weltgrößte Chiphersteller Intel senkt die Preise für seine gängigsten Prozessoren deutlich - in der Spitze um bis zu 53 Prozent. Besonders die Nachfrage nach Notebooks soll damit angekurbelt werden.

sgr DÜSSELDORF. Die alljährliche globale Runde von Preissenkungen für Computer-Prozessoren startet in diesem Jahr einige Wochen früher als gewohnt und fällt zudem drastisch aus. Um bis zu 53 % hat Marktführer Intel Corp. die Preise für seine Pentium-4-Prozessoren zurückgenommen. Damit will der weltgrößte Halbleiterhersteller die stagnierende Nachfrage ankurbeln. Erfahrungsgemäß wird Konkurrent Advanced Micro Devices (AMD) Inc. die Preise für seine Produkte in den nächsten Tagen den veränderten Marktbedingungen anpassen.

Damit können Personalcomputer erstmals seit einigen Wochen wieder preiswerter angeboten werden, zumal auch andere Komponentenpreise wieder fallen. Intel und AMD hatten einige kleinere Preissenkungen bereits im Januar, März und April für bestimmte Produkte vorgenommen, was noch nicht so deutlich auf die Verkaufspreise von PC durchschlug.

Anfang des Jahres waren sogar tendenziell eher höhere Preisforderungen von einigen PC-Herstellern zu beobachten, da sie Speicherbausteine und LCD-Flachbildschirme noch teurer einkaufen mussten. Der Preis für ein 128 MBit SDRAM-Speicherchip ist inzwischen aber wieder unter die psychologisch wichtige Marke von zwei Dollar gefallen, wofür Marktbeobachter die aggressive Verkaufspolitik des südkoreanischen Herstellers Hynix Semiconductor Inc. nach den gescheiterten Übernahmeverhandlungen mit Micron Technology Inc. verantwortlich machen.

Intel bietet den schnellsten Pentium-4-Prozessor (2,53 GHz) zwar nach wie vor für 637 $ an, aber bereits der 2,4 GHz-Chip ist ab sofort für 400 statt zuvor 562 $ zu haben (Preis bei der Abnahme von 1 000 Stück). Die Chips für Notebooks fallen im Durchschnitt noch stärker: Der 1,8 GHz schnelle mobile Pentium 4 kostet 48 % weniger (348 statt 637 $), die 1,7-GHz-Version statt 508 $ nun 241 $ (minus 53 %).

Da inzwischen auch die Preise für Flachbildschirme und Speicherbausteine gefallen sind, ist zu erwarten, dass Personalcomputer und vor allem Notebooks in den nächsten Wochen spürbar preiswerter in den Handel gehen. Analysten erwarten damit eine deutliche Belebung des PC-Marktes in der zweiten Jahreshälfte. In den vergangenen Jahren haben die Chiphersteller in der Regel die Messe Computex Anfang Juni in Taipei genutzt, um Preisanpassungen zu verkünden. Wegen des schleppenden Absatzes hat Intel mit dieser Tradition gebrochen. Zugleich gab Intel bekannt, dass die Produktion des Pentium-III-Prozessors bis zum Jahresende auslaufen soll.

Als erster PC-Hersteller reagiert die Dell Computer Corp. auf die Preisnachlässe der Zulieferer. Der Konzern verlangt etwa für eine Workstation, die mit einem 2,2 GHz schnellen Pentium 4 ausgestattet ist, 516 Euro weniger. Beim Kauf von Desktops müssen die Kunden zwischen 290 und 52 Euro weniger bezahlen. Für sein Highend-Business-Notebook verlangt Dell 232 Euro weniger. Der texanische Computerkonzern sieht sich durch sein Direktvertriebsmodell und die damit verbundenen schnellen Lagerumschläge in der Lage, unmittelbar auf sinkende Komponentenpreise zu reagieren.

Die neuen Preisvorgaben von Intel passen dem Konkurrenten AMD derzeit allerdings nicht so richtig ins Konzept. Im ersten Quartal kehrte AMD in die Gewinnzone zurück und hatte seinen Marktanteil bei Prozessoren von 17 auf 21 % erhöht. Bei den Flash-Speicher, dem zweiten Standbein, hat der Konzern dagegen Marktanteile verloren und deshalb bereits die Preise gesenkt. Wenn jetzt auch die Prozessoren-Preise fallen, erwarten Analysten negative Auswirkungen auf die Halbjahresbilanz des Unternehmens. Mit der Herstellung von speziellen Bauteilen für Notebooks und Server versucht AMD indes wenigstens profitabel zu bleiben. Intel dagegen will mit seiner aggressiven Vorgehensweise verlorenes Terrain zurückgewinnen.

Quelle: Handelsblatt

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