Personalfragen bei VW sorgen für Verunsicherung
Schlechte US-Vorgaben drücken Dax

Die Sorge um weitere Kursverluste in den USA haben am Dienstag das Geschehen an den deutschen Wertpapierbörsen geprägt.

dpa-afx FRANKFURT. Nachdem bereits der Handel am Vormittag von schlechten US-Vorgaben belastet war, sank der Deutsche Aktienindex Dax bis zum Nachmittag um 2,49 % auf 4 544,12 Zähler. Am Neuen Markt ging es für den Nemax 50 um 3,26 % auf 1 040,87 Punkte abwärts. Die 70 Nebenwerte im M-Dax fielen durchschnittlich um 1,73 % auf 4 112,21 Stellen.

Die Aktien von Volkswagen verbilligten sich trotz Vorlage überraschend guter Neun-Monats-Zahlen um 0,69 % auf 41,98 Euro. Die Zahlen seien für die aktuelle Kursbewegung "irrelevant", sagte ein Hamburger Händler. "Bei VW dreht sich das Personalkarussell - das sorgt für Verunsicherung. Verunsicherung ist immer Gift für den Markt und drückt auf den Kurs."

Der Aktien-Kurs der Fresenius Medical Care (FMC) geriet nach der Vorlage enttäuschender Quartalszahlen stark unter Druck. Die Papiere verloren 7,63 % auf 75,75 Euro.

Die Aktien des Halbleiter-Herstellers Infineon sind um 6,76 % auf 15,85 Euro gefallen. Grund für die Kurseinbußen sei der aktuelle Preisverfall bei DRAM-Speicherelementen, sagte ein Händler in Frankfurt. "Die Meldung über den Preisverfall bei DRAM-Speicherelementen in Korea drückt heute erheblich auf den Kurs", sagte der Börsianer. Ein Pressebericht über eine mögliche Änderung des Kostensenkungsplans bei Infineon werde vor diesem Hintergrund aktuell. "Den Anlegern wird klar, dass Infineon möglicherweise die Produktion senken könnte. Damit gehen dann eventuell Marktanteilsverluste einher."

Der Aktienkurs des Düsseldorfer Energiekonzerns Eon hielt sich gegen den allgemeinen Markttrend in der Gewinnzone. Die Eon-Papiere verteuerten sich um 1,74 % auf 57,38 Euro. Die meisten Anleger seien derzeit über die zukünftige Entwicklung an den Börsen sehr verunsichert. Deshalb suchten vermehrt Investoren "den sicheren Hafen" in Versorgertiteln wie Eon oder RWE, sagte ein Händler. Ungeachtet der konjunkturellen Flaute geht Eon ausserdem nach eigenen Angaben weiterhin davon aus, "2001 das Konzern-Betriebsergebnis des Vorjahres deutlich zu übertreffen". Am Morgen hatte die Eon-Chemietochter Degussa mitgeteilt, dass das operative Vorsteuer-Ergebnis (EBIDTA) für dieses Jahr leicht unter dem Vorjahreswert von 407 Mill. Euro liegen werde. Als Grund für das schwächere Ergebnis nannte das Düsseldorfer Unternehmen eine schlechte Marktentwicklung sowie die anhaltend schwache Konjunkturlage. Als Konsequenz kündigte Degussa eine drastische Kürzung der Investitionen und die Streichung weiterer 1 000 Stellen an. Die Degussa-Aktie verbilligte sich um 7,15 % auf 25,99 Euro.

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