Personalkarussell bei Opel
Amerikaner Gibbons Opel-Chef in Eisenach

Beim Automobilkonzern Opel dreht sich wieder das Personalkarussell. Der US-Amerikaner David Gibbons übernimmt vom 1. September an die Leitung des Werks in Eisenach. Das teilte Adam Opel AG (Rüsselsheim) am Mittwoch mit.

dpa EISENACH/RÜSSELSHEIM. Der bisherige Chef der Thüringer Autofabrik mit rund 2 000 Beschäftigten, Arno Wiedenroth, geht nach Rüsselsheim. Am Konzernsitz übernimmt der 55-Jährige die Leitung des neuen Werkes, das derzeit mit Investitionen von 1,5 Mrd. DM (0,77 Mrd Euro) entsteht.

Opel hält damit an seiner Strategie fest, das Management seiner Thüringer Tochter etwa alle zwei Jahre auszutauschen. Die Eisenacher Fabrik mit einer Jahreskapazität von bis zu 175 000 Autos gilt bisher als produktivste Fertigungsstätte und Modell für Werksneubauten innerhalb des Konzerns. In Rüsselsheim löst Wiedenroth Michael Wolf ab, der im September eine Leitungsaufgabe beim Opel-Mutterkonzern General Motors in den USA übernimmt. Wolf war Mitte der 90er Jahre ebenfalls Chef der Opel Eisenach GmbH.

Der 39-Jährige Maschinenbauingenieur Gibbons tritt keine leichte Aufgabe an. Auch das 1992 eröffnete Vorzeigewerk in Eisenach, in dem derzeit ausschließlich der Kleinwagen Corsa gebaut wird, spürt die Absatzkrise. Nach den Werksferien bis 10. August muss die Tagesproduktion von bisher 709 auf 645 Autos gedrosselt werden. Zusätzlich können bis einschließlich Oktober die Bänder für fünf Schichten angehalten werden.

Geplante Jahresproduktion nicht mehr erreichbar

Dafür wurde im Juli ein neues Arbeitszeitmodell zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat nach dem Vorbild von Rüsselsheim vereinbart. Ausfallzeiten soll die Belegschaft bei anziehendem Absatz durch Mehrarbeit ausgleichen. Nach diesen Entscheidungen ist die ursprünglich für 2001 geplante Jahresproduktion von 175 000 Fahrzeugen in Eisenach nicht mehr erreichbar.

Gibbons kam Mitte 1996 von General Motors nach Eisenach, leitete zunächst einen Produktionsbereich und ist seit 1999 technischer Geschäftsführer. Neuer technischer Direktor in Eisenach wird Cesar Obarti. Der 47-jährige Spanier kommt vom Corsa-Werk in Zaragossa, von dem Eisenach etwa 80 Prozent der Teile erhält.

In Rüsselsheim wird mit dem neuen Stammwerk eine völlig neue Fahrzeug- und Komponentenfertigung errichtet. Der Produktionsstart ist nach bisherigen Planungen für Anfang 2002 vorgesehen.

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