Personalreduzierungen geplant
Fresenius: Einmalkosten belasten Ergebnis

Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius erwartet in diesem Jahr wegen andauernder Restrukturierungen bei seiner Tochter Kabi zusätzliche Einmalkosten in Millionenhöhe und deshalb ein entsprechend geringeres Ergebnis.

rtr BAD HOMBURG. Durch die Fortführung der im vergangenen Jahr bei der Infusions- und Ernährungstochter begonnenen Maßnahmen würden in diesem Jahr zusätzliche Einmalkosten von 25 Mill. ? entstehen, teilte das im Mdax gelistetete Unternehmen am Dienstag in Bad Homburg mit. Das bislang für 2002 angestrebte Ziel von 115 Mill. ? beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebit) werde entsprechend nach unten gesenkt.

Mit den Schritten seien auch weitere Personalreduzierungen verbunden, die am Standort Uppsala in Schweden 140 Stellen im nicht-produzierenden Bereich beträfen, sagte ein Fresenius-Sprecher. Im kommenden Jahr werde Kabi dann durch die Maßnahmen seine Profitabilität deutlich verbessern. Die großen Themen der Restrukturierung bei Kabi seien damit abgeschlossen, sagte der Sprecher.

Konzentration auf spezielle Produkte in Uppsala

Zu den Maßnahmen bei Kabi zählt den Angaben zufolge unter anderem die weitere Konzentration auf spezielle Produktgruppen der Ernährungstherapie an einzelnen internationalen Produktionsstandorten. Am Standort Uppsala etwa gehe es auch um die Erhöhung der Produktionsvolumina, um der steigenden Marktnachfrage nachkommen zu können. Dort konzentriere sich Kabi künftig vollständig auf die Herstellung von Ernährungslösungen für Infusionen. Die bislang dort angesiedelte Forschung und Entwicklung solle in die Forschung- und Entwicklungsstandorte in Deutschland und Österreich integriert werden. "Durch diese Zusammenführung der Forschung versprechen wir uns zusätzliche Synergien", sagte der Sprecher. So solle unter anderem die Entwicklungszeiten verkürzt werden.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Kabi im Konzern ein operatives Ergebnis (Ebit) von 75 Mill. ?, was einem Rückgang von 15 % entsprach. Fresenius-Chef Gerd Krick führte dies vor allem auf die vorgenommenen Restrukturierungen in Schweden und Deutschland zurück sowie auf Aufwendungen zur Verringerung der Zahl der Produktionsstätten. So hatte Kabi 2001 die Werke im französischen Limoges und im italienischen Potenza verkauft. Außerdem hatte die deutsche Tochter ProReha Verluste verbucht. Der Umsatz von Kabi war um 14 % auf 1,274 Mrd. ? geschrumpft.

Keine Änderung bei Börsengangsplänen

An den mittelfristigen Plänen für einen Börsengang der Tochter Kabi ändere sich durch die Restrukturierungsmaßnahmen nichts, sagte der Fresenius-Sprecher weiter. Nach wie vor gelte, dass vor 2003/2004 kein Gang an die Börse geplant sei. Auch an den dafür geforderten Renditezielen halte Fresenius weiter fest. Konzern-Chef Gerd Krick fordert früheren Angaben zufolge für einen möglichen Börsengang der Sparte eine in Aussicht stehende Gewinnmarge gemessen am Ebit von 15 %. Fresenius Kabi war 1998 aus der Verschmelzung des internationalen Infusionsgeschäfts von Pharmacia & Upjohn mit der Pharmasparte von Fresenius entstanden.

Aktie gibt nach

Die Fresenius-Aktie büßte in einem etwas schwächeren Marktumfeld gut drei Prozent auf 63 ? ein. Auch die im Dax notierte Tochter FMC verzeichnete einen Kursrückgang von 2,3 % auf 50,80 ?. "Die Frage ist, ob es sich wirklich um Einmalkosten handelt", sagte ein Händler. Wenn ja, dann werde die Fresenius-Aktie von der Ankündigung nicht lange belastet werden. Zudem ließen sich bei dem Titel einige Gewinnmitnahmen feststellen. Fresenius-Papiere hatten am Montag mehr als sechs Prozent zulegen können.

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