Personalspekulationen nach der Wahl
Schäuble: Merkel nicht geborene Kanzlerkandidatin für 2006

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel ist nach Auffassung ihres Amtsvorgängers Wolfgang Schäuble mit der Übernahme des Fraktionsvorsitzes der Union im Bundestag nicht automatisch die geborene Kanzlerkandidatin für 2006.

dpa BERLIN. In einem Interview mit dem Hamburger Magazin "Stern" sagte Schäuble: "Nein. Das ist nicht die Haltung der Union." Man denke jetzt nicht an die Wahl in vier Jahren, sondern daran, eine möglichst wirkungsvolle Opposition zu machen.

Der bisherige Fraktionschef Friedrich Merz hat nach Auffassung Schäubles in den vergangenen zwei Jahren "hervorragende Arbeit geleistet". Es spreche allerdings auch viel dafür, "in einer so schwierigen Situation" die Funktion der CDU-Vorsitzenden mit dem Fraktionsvorsitz zu vereinen. Dies sei allerdings "nicht ganz ohne Schmerzen bei dem Betroffenen" vonstatten gegangen. Der neuen rot- grünen Bundesregierung stellte Schäuble in Aussicht, ihre Arbeit nicht mit einer Blockadestrategie der Unionsmehrheit im Bundesrat zu behindern.

Merz hatte am Montag auf eine erneute Kandidatur für den Fraktionsvorsitz verzichtet. Der CDU-Bundesvorstand hatte zuvor zu erkennen gegeben, dass er Merkels Wunsch unterstützt, wonach sie selbst Fraktionschefin werden wollte. Auch Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) hatte sich für Merkel ausgesprochen.

Der CDU-Politiker und stellvertretende Vorsitzende des Zentralrates der Juden, Michel Friedman, begrüßte die Kandidatur Merkels für den Fraktionsvorsitz. "Jetzt beginnt wirklich die Nach- Kohl-Ära. Nicht nur, weil Kohl nicht mehr in der Bundestagsfraktion ist, sondern Friedrich Merz auch ein Stück Kohl-Mann war", sagte Friedman dem Radio Eins im ORB/SFB. Merz "fehlte das Charisma, die Persönlichkeit."

Merkel bereite sich mit ihrem neuen Amt "ganz deutlich für die nächste Wahl in vier Jahren" vor, meinte Friedman. CSU-Chef Edmund Stoiber habe ihr das Feld bereitet, damit sie eine Chance habe, "unter Umständen die erste Bundeskanzlerin in Deutschland zu werden".

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