Personeller Neuanfang gefordert
Bartsch kündigt Zimmer die Gefolgschaft auf

Der Machtkampf in der PDS spitzt sich zu: Parteichefin Gabi Zimmer gerät immer mehr unter Druck.

ddp BERLIN. Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden Machtkampfes in der PDS berät an diesem Mittwoch in Berlin der Parteivorstand über Konsequenzen aus der Wahlniederlage vom 22. September. Die umstrittene Parteichefin Gabi Zimmer will dem Vorstand für den Parteitag am Wochenende in Gera einen Antrag zur künftigen Strategie vorlegen. Zugleich hält sie an einer erneuten Kandidatur für den Parteivorsitz fest. Unterdessen fordert Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch einen "radikalen Neuanfang". Der sei mit Zimmer aber nicht zu machen, sagte Bartsch der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe).

Die Reformer um Bartsch wollen der "tageszeitung" (Mittwochausgabe) zufolge dem Parteivorstand einen personellen Gegenvorschlag zu Zimmer machen. Allerdings werde Parteivize Petra Pau, die noch vor einer Woche eine Kandidatur nicht ausgeschlossen hatte, darauf verzichten, gegen Zimmer anzutreten, berichtet das Blatt. Hingegen schloss der frühere PDS-Fraktionschef Roland Claus im MDR1 Radio Sachsen-Anhalt eine eigene Kandidatur nicht aus.

Bartsch warf der Parteichefin Ideenlosigkeit und mangelnde politische Visionen vor. Zugleich stellte er klar, dass er nicht mehr für das Amt des Bundesgeschäftsführers kandidieren werde, sollte Zimmer in Gera wieder gewählt werden. Die Zukunft der PDS beurteilte der Bundesgeschäftsführer pessimistisch. Es werde "sehr schwer", den Niedergang der Partei aufzuhalten. Sie brauche daher bei Inhalten und Strategie eine weit reichende Kurskorrektur. Die Partei müsse sich von "abstrakten Debatten um ideologische Wahrheiten" verabschieden und sich konkreten politischen Projekten wie Europa, Bildung und Gesundheit zuwenden, forderte Bartsch.

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