Perspektiven für den M-Commerce
Potenzial von Wap und SMS

Beim M-Commerce steht weniger die Frage Wap oder SMS im Mittelpunkt, sondern vielmehr wie die Perpektiven und geeignete Finanzierungsmodelle aussehen könnten. Wap hat zwar bisher im Gegensatz zum simplen Short Message Service enttäuscht. Dennoch liegen in beiden Diensten Potenziale - und gerade SMS boomt. Mehr zur mobilen Zukunft im Mobile Special

DÜSSELDORF. Dass Wap nicht der Renner ist, ist mittlerweile vielfach beklagt worden. Die Wap-Handys sind zum einen umständlich zu bedienen, auch ist ihr Display viel zu klein, und die Übertragungsqualität sowie-geschwindigkeit lassen auch zu wünschen übrig. Zum anderen ist Wap nicht eben preiswert, da die Übertragung bisher in Zeitabschnitten und nicht in Volumenpaketen abgerechnet wird. Dieser Meinung ist Jürgen Weinrich, m- & e-Business Practice Leader der Logica pdv aus Ratingen. "Wap-Services sollen nicht nur preislich attraktiv und leicht zu bedienen sein, sondern die Inhalte und die Bildqualität der Angebote müssen ebenso stimmen".

Personalisierte, leicht zu bedienende Portale würde Wap für den Verbraucher interessant machen, allerdings "fallen und stehen alle Wap-Dienste mit den Endgeräten", so Weinrich weiter. Denn der Preis für ein Wap-fähiges Gerät sei ein sehr sensibles Thema, viele Verbraucher fühlten sich von den Kosten für ein solches Gerät abgeschreckt.

Potenzial im BtoB-Bereich

Neben Konsumenten orientierten Services wie zum Beispiel den Ticketverkauf oder die Übermittlung von Fahrplänen des ÖPNV, Unterhaltung, Spiel- und Lottoübertragung oder etwa Finanzdienstleistungen liegt Weinrichs Einschätzung nach das Potenzial für Wap-Services im Bereich BtoB. Industriespezifische Lösungen könnten dabei individuell für Unternehmen umgesetzt werden. Denkbar wäre beispielsweise, das komplette interne Telefonverzeichnis eines Unternehmens in eine Wap-Anwendung zu integrieren, auf das die Mitarbeiter so bequem zugreifen können.

SMS boomt weiter

SMS-Botschaften lassen sich im Gegensatz zu Wap-Services mit jedem Handy empfangen und versenden. Kein Wunder also, dass dieses anfänglich kaum beachtete und unspektakulär wirkende Versenden von kurzen Nachrichten immer noch boomt. Und das trotz der langwierigen Prozedur, eine Nachricht erst einmal in das Handy einzugeben. Besonders in der Gruppe der 14 bis 25-Jährigen ist das "SMSen" daher unglaublich beliebt. Kaum ein Jugendlicher, der nicht mehrmals am Tag begeistert SMS versendet oder sich über eine erhaltene Botschaft freut.

Aber auch ältere Handy-Besitzer nutzen SMS zunehmend. "Rund 50 % der Handy-Nutzer haben schon aktiv eine SMS-Botschaft verschickt. Das haben Auswertungen der Netz-Betreiber ergeben", sagte Helmut an de Meulen, Geschäftsfüher von Materna Informations & Communications, Dortmund. Obwohl es niemand erwartet hat, wächst SMS also immer noch. "Wap ist trotz oder vielleicht gerade wegen der Promotion kein Erfolg, und SMS boomt ohne jegliche Werbung", meint an de Meulen. Seiner Beobachtung nach legt SMS pro Monat immer noch um 10 % zu. Da die Nachfrage nach Angeboten im Entertainment-Bereich groß ist, verwundert es kaum, dass die Anbieter ihre SMS-Services immer weiter aufrüsten. Mit SMS lassen sich schließlich nicht nur kurze Textbotschaften übermitteln, sondern auch E-Mails, spezielle Inhalte sowie Klingeltöne und Bildbotschaften verschicken.

Die elektronische Postkarte über das Handy

Möglich soll dies mit den Diensten EMS und MMS werden. Mit EMS (Enhanced Messaging Services) wird die 160-Zeichen-Grenze der herkömmlichen Textnachrichten überwunden. So soll dieser Dienst es möglich machen, längere E-Mails zu versenden und die Texte mit Formatierungen, Grafiken und Melodien anzureichern. MMS (Multimedia Messaging Service) schließlich wird mit der Etablierung des UMTS-Standards multimediale mobile Kommunikation ermöglichen, so dass auch Ton- und Filmdokumente über das Handy verschickt und empfangen werden können.

Schreiben Sie der Autorin: u.latzke@vhb.de

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