Archiv
Peru: Fujimori zum Rücktritt aufgefordert

Der peruanische Oppositionsführer Toledo hat Präsident Alberto Fujimori zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. Während die Opposition Straßenproteste ankündigte, sagte das Militär dem Präsidenten seine Unterstützung zu.

dpa/reuters LIMA. Der peruanische Oppositionsführer Alejandro Toledo hat Präsident Alberto Fujimori zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. In einem Fernseh-Interview sagte Toledo am Mittwochabend, Fujimori solle nicht bis zu den Neuwahlen im März 2001 warten.

Stattdessen könne eine Übergangsregierung eingesetzt werden, die die Neuwahlen schon innerhalb von vier Monaten vorbereiten könnten. Um freie und demokratische Neuwahlen zu garantieren, müssten an der Spitze der Regierung glaubwürdige Persönlichkeiten stehen, die die Transparenz der Wahlen garantierten. Unerlässlich seien außerdem Maßnahmen zur Demokratisierung des Landes.

Fujimori hatte am Samstag überraschend seinen Amtsverzicht angekündigt, nachdem der Kontrolleur des Geheimdienstes, sein Vertrauter Vladimiro Montesino, bei der Bestechung eines oppositionellen Abgeordneten gefilmt worden war und das Dokument veröffentlicht wurde.

Perus Militär stellt sich hinter Fujimori

Das peruanische Militär hat dem unter innenpolitischen Druck geratenen Präsidenten seine Unterstützung zugesichert. In einer am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme erklärten die Chefs der Streitkräfte und der Polizei, sie stünden hinter der Entscheidung Fujimoris, vorgezogene Wahlen abzuhalten. Oppositionspolitiker Toledo drohte unterdessen Straßenproteste seiner Anhänger an, um den Rücktrittsdruck auf Fujimori zu erhöhen.

In ihrer Erklärung riefen die Streitkräfte die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Zuvor hatte die Regierung versucht, Befürchtungen über eine mögliche Intervention des Militärs zu zerstreuen. Bei der Ankündigung von Neuwahlen hatte Fujimori keinen Rücktrittstermin genannt. Er bestritt auch, seine Ankündigung unter dem Druck des Militärs abgegeben zu haben und wies Spekulationen über ein Machtvakuum in Peru zurück.

Toledo, vorzeitig ausgeschiedener Kandidat bei den Präsidentenwahlen im Mai gegen Fujimori, kündigte vor Journalisten in Lima an, die friedlichen, landesweiten Demonstrationen könnten in den Provinzen beginnen. Dies würde den Druck auf die Regierung erhöhen. Toledo hatte die Demonstrationen in Lima während der Vereidigung Fujimoris angeführt, die in schweren Krawallen und Zusammenstößen mit der Polizei endeten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%