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Perus Ex-Geheimdienstchef angeblich wieder ins Ausland geflohen

Der wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption gesuchte ehemalige Geheimdienstchef Perus, Vladimiro Montesinos, ist angeblich schon am 29. Oktober ins Ausland geflüchtet.

dpa LIMA. Dies hätten drei ihm nahe stehende Militärs mitgeteilt, deren Aussagen am Mittwoch (Ortszeit) bekannt wurden.

Montesinos hatte während der zehnjährigen Amtszeit des inzwischen abgesetzten Präsidenten Alberto Fujimori (1990-2000) dessen Macht mit allen Mitteln gefestigt und sich auch persönlich bereichert. Die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Militärs war zunächst unklar. Der die Öffentlichkeit scheuende Montesinos ist dafür bekannt, falsche Spuren zu legen.

Im September hatte die Veröffentlichung eines Videos, auf dem Montesinos offenbar einen Parlamentarier der Opposition besticht, den Niedergang Fujimoris eingeleitet. Montesinos setzte sich damals kurzfristig nach Panama ab. Nachdem ihm dort politisches Asyl verweigert worden war, kehrte er nach Peru zurück und tauchte unter.

Fujimori beteiligte sich persönlich an der Fahndung nach seinem ehemaligen Vertrauten. Dennoch gelang es ihm nicht, sich von dem verhassten Geheimdienstmann abzusetzen. Montesinos genoss nach Medienangaben den Schutz ihm loyaler Truppen.

Im November setzte sich Fujimori dann überraschen nach Japan, dem Land seiner Eltern, ab. Von dort aus erklärte er seinen Rücktritt. Das Parlament in Lima zog es jedoch vor, ihn wegen "moralischer Unfähigkeit" des Amtes zu entheben. Tokio bestätigte inzwischen, dass Fujimori die japanische Staatsbürgerschaft besitze und nicht an Peru ausgeliefert werde.

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