Pessimismus überwiegt
Wirtschaftselite erwartet mindestens 3,8 Millionen Arbeitslose

Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft gehen davon aus, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bzw. die von ihm geführte Regierung zentrale selbst gesetzte wirtschaftspolitische Vorsätze nicht einlösen wird. So erwartet kein einziger Top-Manager, dass die Zahl der Arbeitslosen bis zum Herbst 2002 auf unter 3,5 Millionen abgesenkt werden kann. Dies ergab die repräsentative Befragung für den Monat September im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitors (Freitagausgabe).

HB DÜSSELDORF. Auch eine Größenordnung in der Nähe dieser Zahl-also etwa 3,5 oder 3,6 Millionen - halten nur Wenige (zusammen 6 %) für realistisch; selbst an einen Wert von rund 3,7 Millionen Arbeitslosen glauben nur 14 Prozent. Die große Mehrheit von fast vier Fünfteln der Top-Manager (zusammen 79 %) befürchtet eine Beschäftigungslosigkeit in einem Jahr von mindestens 3,8 Millionen, also etwa den Stand, der jetzt aktuell für August 2001 festge-stellt worden ist: 34 Prozent rechnen mit rund 3,8 Millionen, 16 Prozent mit 3,9 Millionen und 29 Prozent sogar mit 4 Millionen und mehr.

Auch das Vorhaben der rot-grünen Bundesregierung, die Lohnnebenkosten auf eine Marge von unter 40 Prozent des Bruttolohns abzusenken, halten die deutschen Top-Manager derzeit für nicht mehr realisierbar. Nur 2 Prozent glauben, dies werde der Regierung noch gelingen. Ansonsten geht man zu fast gleich großen Teilen davon aus, dass die Sozialversicherungs-beiträge unverändert hoch bleiben werden (so 51 %) oder sogar eher noch ansteigen werden (47 %). Einen solchen Anstieg erwarten insbesondere Entscheider in Großunternehmen (50 %), im Bereich der Metall-, Maschi-nen- und Elektroindustrie (53 %) sowie im Bereich Handel und Verkehr (60 %).

Im Auftrag des Handelsblatts führt das Psephos-Institut für Wahlfor-schung und Sozialwissenschaft Befragungen eines repräsentativen Panels von Führungskräften der Wirtschaft in Deutschland durch. Diese werden - mit Ausnahme der Sommerpause - monatlich durchgeführt. Im Rahmen des Business-Monitors im September wurden vom Psephos-Telefonstudio, Hamburg, 813 Führungskräfte in der Zeit vom 21. August bis 7. September 2001 mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Auf Grund der Stich-probenanlage ist die Befragung repräsentativ.

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