Pessimistische Einschätzung des US-Automarktes
Beru erwartet verhaltene Entwicklung

Der Autozulieferer Beru hat Gewinn und Umsatz trotz der schwachen Konjunktur im ersten Quartal gesteigert, rechnet 2002/03 (zum 31. März) jedoch allenfalls mit leichten Zuwächsen.

Reuters LUDWIGSBURG. Ohne die geplanten Akquisitionen werde der Umsatz stagnieren oder um maximal 1,5 % steigen, erklärte Beru-Vorstandschef Ulrich Ruetz heute in Ludwigsburg. Das um Einmalerträge bereinigte Ergebnis werde sich analog dazu entwickeln. Unter dem Strich dürfte damit ein geringerer Gewinn stehen.

In den ersten drei Monaten sei der Gewinn nach Steuern um 12,3 % auf 8,2 Mill. ? gewachsen. Den Umsatz baute der württembergische Zünd- und Glühkerzen-Spezialist trotz der flauen Autonachfrage um 1,5 % auf 66 Mill. ? aus.

Zur Vorsicht veranlasst Beru nach Angaben eines Sprechers die pessimistische Einschätzung des Automarktes in den USA. "Wir erwarten dort immer noch einen deutlichen Einbruch", sagte er. Zuletzt hätten Nullzins-Finanzierungen den Absatz künstlich in die Höhe getrieben. Zu Gute kommen könnte Beru ein anhaltender Diesel-Boom in Europa. Anfang 2003 sei mit steigenden Umsätzen mit Kaltstartsystemen und Zuheizern für den neuen VW Golf und mit Zündspulen für Renault zu rechnen, hieß es.

Belastet sieht sich Beru von der jüngsten Übernahme des britischen Formel-1-Ausrüsters F1 Harness und der ungarischen Remix, die Restrukturierungsaufwendungen nach sich zogen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging in den ersten drei Monaten um zwei Prozent auf 10,0 Mill. ? zurück. Die operative Umsatzrendite sank auf 15,2 (15,7) %.

Ausstieg aus US-Firma Impco fortgesetzt

Der allmähliche Ausstieg bei der US-Entwicklungsfirma Impco Technologies brachte Beru nach eigenen Angaben auch im ersten Quartal noch Sondererträge. Der Anteil sei inzwischen auf unter fünf von zwölf Prozent geschrumpft. Der steuerfreie Ertrag aus dem Verkauf der Aktien habe bei 1,2 Mill. ? gelegen. "Impco verbrennt einfach zu viel Geld", sagte der Beru-Sprecher. Das Unternehmen rüstet Benzin-Fahrzeuge auf Flüssiggas-Antrieb um und entwickelt Brennstoffzellen-Technologie. Bereits 2001/02 waren Beru aus dem Aktienverkauf 5,7 Mill. ? zugeflossen. Weil der Erlös im laufenden Geschäftsjahr jedoch nicht mehr so hoch ausfallen werde, dürfte das Beru-Ergebnis unter dem Strich geringer sein als ein Jahr zuvor.

Trotz eines vorläufigen Rückziehers aus den USA setzt Beru weiter auf sein neu entwickeltes System zur Luftdruck-Kontrolle in Autoreifen. In den ersten drei Monaten habe sich der Umsatz in der neuen Sparte mit europäischen Kunden auf 3,9 Mill. ? mehr als verdoppelt. Im Geschäftsjahr 2002/03 rechnet Beru mit mehr als 21 Mill. ? Umsatz. Zuletzt hatte Ruetz auf drei Großaufträge von Daimler-Chrysler, Ford und GM verzichtet, nachdem die Ausschreibungen keine Gewinne versprachen.

Die im M-Dax notierte Beru-Aktie stieg bei mäßigen Umsätzen um 2,3 % auf 44 ?.

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