Peter Sturtz / Holger Backwinkel: Schneller lesen
Auf dem Info-Highway: Sprinten statt bummeln

Der Postkorb quillt über, der Schreibtisch biegt sich unter dem Stapel ungelesener Fachzeitschriften, und alle zwei Minuten beglückt Sie ihr Mailprogramm mit der Nachricht: "You have new mail!" Sie wissen gar nicht mehr, wie sie diesen Lektüreberg abtragen sollen? Dann lesen Sie doch einfach schneller.

Ein 126 Seiten dickes Buch in einer halben Stunde durchackern - unmöglich? Alles eine Frage der Technik und der Übung, behaupten die Autoren und entlarven gleich ein paar "Lesebremsen".

Eine Steigerung des Lesetempos um durchschnittlich 70 Prozent scheint möglich, wenn man sich von alten Lesegewohnheiten verabschiedet.

Wer den Text ständig mit der "inneren Stimme" mitspricht, bremst sich selbst aus. Ein weiterer typischer Hemmschuh: Im Text zurückgehen oder langsamer lesen, wenn man etwas nicht ganz verstanden hat. Wer mit "angezogener Handbremse" liest, unterfordert sein Gehirn. Die Augen wandern umher und suchen nach interessanteren "Nebenschauplätzen". Schnell lesen und darauf vertrauen, dass das Gelesene ins Unterbewusstsein durchsickert, lautet das Rezept der Autoren.

Nicht mit angezogener Handbremse lesen

Gründlich und scharf ansehen sollten sie Ihre Kontoauszüge. Beim Schnell-Lesen hingegen zählt der weiche Blick. Wenn Sie einen Text scharf fixieren, nehmen Sie nur einen kleinen Ausschnitt wahr. Je mehr Wörter Sie auf einen Blick erfassen, desto schneller lesen Sie.

Schnell-Lesen ist aber kein Selbstzweck; das Gelesene soll zuverlässig abrufbar sein. Die Rezepte, die dieser Taschen-Guide anbietet, sind nicht neu, aber angenehm kompakt aufbereitet.
Beim normalen Lesen wird nur die linke Gehirnhälfte angesprochen. Wer seinen Lektürestoff mit Bildern, Geräuschen und Gefühlen assoziiert, benutzt zugleich seine rechte Gehirnhälfte - und kann sich dadurch mehr merken. Schon kleine Tricks wirken auf Dauer als effektives Gehirnjogging. Nehmen Sie die Zahnbürste mal in die linke statt in die rechte Hand, trinken Sie Ihren Kaffee mit links!

Plädoyer für genussvolles Lesen

Den Postberg abgearbeitet, die Fachzeitschriften ausgewertet, die Protokolle alle in Windeseile durchgesehen? Wenn Sie Ihr Pflichtpensum mit etwas Übung demnächst in viel kürzerer Zeit erfüllt haben werden, dann gönnen Sie sich die Kür. Einen gute Schnulze rattert man nicht im Schnelldurchlauf durch, und einen spannenden Krimi sollten Sie Zeile für Zeile genießen. Leisten Sie sich den Luxus, auch mal langsam zu lesen.

FAZIT:
Ein Buch, das hält, was es verspricht: Die Autoren von "Schneller lesen" nehmen die Bedürfnisse des geplagten Viel-Lesers ernst. Sie packen ihre Tips fürs schnellere Lesen auf etwas mehr als 100 Seiten, dazu noch so kleinformatig wie Reclam-Hefte. Mit den gelben Schulkladden hat das Büchlein nur gemein, dass es in jede Jackentasche passt. Es ist angenehm übersichtlich gegliedert und alles andere als textlastig.

Peter Sturtz / Holger Backwinkel: Schneller lesen. Zeit sparen, das Wesentliche erfassen, mehr behalten. Planegg 2001 (STS-Taschenguide, Bd. 53), 12,90 DM.

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